Freitag, 29. Mai 2009

Drachenbootastisch!

Das Drachenbootfestival liegt hinter uns, und es war alles in allem eine sehr spannende und unwirkliche Erfahrung. Aber der Reihe nach:

Am Mittwochabend ging es los mit unserem ersten Vorrundenlauf, und die schiere Masse an Menschen konnte einen schon ein bisschen nervös machen, die Zuschauer gingen mit Sicherheit in die Tausende, dazu noch die bislang unbekannte Atmosphäre auf dem mit Laternen und Flutlicht erleuchteten Fluss, das war schon Gänsehautstimmung pur.



Trotzdem(oder gerade deswegen?) lief es beinahe optimal, und wir konnten die topgewetteten Vorjahressieger(ein Haufen übertrieben muskulöser Wirtschaftsstudenten) um genau 0.3 Sekunden hinter uns lassen, ein Fotofinish sozusagen.

So qualifizierten wir uns für das Halbfinale am Donnerstag, diesmal am Nachmittag, so dass das Fernsehen(!) bessere Lichtverhältnisse hatte. Also, wir waren wohl tatsächlich landesweit in der Flimmerkiste zu sehen, und der Druck durch NOCH mehr Zuschauer als am Vortag war diesmal leider etwas zu groß. Wir ließen uns ein bisschen verrückt machen und verloren unser Halbfinale um eine halbe Bootslänge, weil wir zwischendrin aus dem Takt kamen. Besonders ärgerlich, weil wir nachher noch erfahren durften, dass wir mit unserer Zeit vom Vorlauf locker gewonnen hätten. Zudem wurde extra wegen der Fernsehübertragung unser Rennen vorverlegt, so dass eins unserer Teammitglieder zu spät kam und in letzter Sekunde ersetzt werden musste.

Hat aber alles eigentlich nur kurz gestört, denn insgesamt war es sehr lustig, aufregend und lohnend, und ich würde sofort wieder mitmachen... Schade, dass ich nächstes Jahr wohl nicht dabei bin. Dafür gibt es ja mehr als genug andere Dinge, auf die ich mich freuen kann :)

Samstag, 23. Mai 2009

Kultur allüberall

Puh, der Stress hat mich derzeit ein bisschen im Griff, dank allerlei kleinerer und größerer Angelegenheiten. So gab es heute z.B. mal wieder samstags Unterricht, weil wir nächste Woche für das Drachenbootfestival frei bekommen, und das ist normalerweise kein Grund zur Freude. Immerhin hat unsere Lehrerin vorgeschlagen, Picknick und Unterricht zu kombinieren, so wars dann eigentlich doch sehr nett :)

Apropos Drachenboot: Die Vorbereitung geht jetzt in die heiße Phase, am Mittwochabend(gerüchteweise auf einem von Laternen erleuchteten Fluss!) finden die ersten Ausscheidungsrennen statt, d.h. es gilt topkonzentriert zu bleiben, um am Donnerstag evtl. in der Hauptrunde dabei zu sein. Dafür wird auch fleißig trainiert, Dank für die Bilder an Sander, der aber nicht zum Spaß geknipst hat, sondern für die Feindbeobachtung. Er ist Crewmitglied auf dem BWLer-Boot, das wir nächste Woche natürlich vernichtend schlagen werden.





Weiterhin stand natürlich letzte Woche die Klassenfahrt nach Lu Gang an. Die bestand, kurz zusammengefasst, aus vielen Tempeln, die von einer netten Schülerin begeistert(und ein bisschen zu schnell für mein armes Gehirn) erklärt und vorgestellt wurden. Dazu gab es dann noch Bullenhitze und keinen Hauch von Wind in den engen Gassen, was für jegliche Denkprozesse außer "Eis essen! Trinken!" nicht gerade förderlich war. Zumindest war das Museum am Ende der Tour klimatisiert :)






Hier übrigens auch endlich mal ein Bild unserer neuen Lehrerin Ke Meng Meng, zusammen mit Maria, und auch mit Sander, der sich sehr kunstvoll ins Bild gemogelt hat. Respekt!



Was ansonsten noch ansteht, ist sich langsam auf die Abschlussprüfungen vorzubereiten(die für mich eine Woche früher anstehen als für den Rest der Meute), und natürliich vor Freude zu strahlen, dass es nur noch zwei Wochen sind bis mein Flug geht. Das Warten hat bald ein Ende!

Donnerstag, 14. Mai 2009

Geschichten von... überall, Teil 6

Also, die ersten Trainingseinheiten mit dem Drachenboot sind trotz Affenhitze und leicht stinkigem Fluss unbeschadet überstanden, und der vorletzte Platz scheint zumindest im Bereich des Möglichen zu liegen ;) Nun aber flugs zum letzten Eintrag der Reiseberichte, bevor wieder keine Zeit ist, unter anderem stand eine Klassenfahrt an, davon werde ich dann vielleicht auch mal erzählen...

Nach dem anstrengenden Trip vom Vortag wurde der nächste Morgen sehr ruhig angegangen, und weil das Wetter gut war wurde der Entschluss gefasst, dem Strand einen Abschiedsbesuch abzustatten, schließlich sollte es am nächsten Tag schon wieder Richtung Tai Bei gehen. Das war auch eine feine Idee, nur das Hinkommen war nicht ganz optimal: Ich auf dem Fahrrad, mit Maximaltempo bei sengender Hitze(und mit gerissenem Kreuzband, ahem), meine Eltern auf dem Roller hinterher, ganz locker flockig.



Trotzdem sind wir alle heil angekommen, und außer Faullenzen, Schwimmen und Essen wurde an dem Tag auch nicht mehr viel gemacht, was so auch im Sinne aller Beteiligten war.

Am nächsten Tag ging es dann morgens mit dem Bus nach Tai Bei, und außer der Fahrt rauf zum 101 (dem nunmehr ehemals höchstem Gebäude der Welt) wurde nur noch ein bisschen rumgelaufen und Atmosphäre aufgesaugt, was trotz des eher diesigen Wetters auch ganz schön war. An dieser Stelle übrigens leider wieder keine Bilder, die sind mir irgendwie abhanden gekommen, was damit zusammenhängen könnte, dass meine Kamera jüngst ihr Leben ausgehaucht hat und es der Speicherkarte auch nicht so gut geht. Wohl dem, der Backups gemacht hat... ich leider nicht.

Nach der Übernachtung im TaiwanMex(wo sonst?) war am nächsten Morgen angedacht, zum Zoo zu fahren, um von dort die Seilbahn in die Berge um die Stadt zu nehmen. Aber, Pech gehabt, die Seilbahn war just an diesem Tag zur Reparatur geschlossen, also ging es unverdrossen weiter zum Long Shan Tempel(sehr schön!) zum CKS Memorial(auch schön, und auch wieder mit höchst albernem Wachwechsel vor dem Denkmal des Altpräsidenten) sowie nach Dan Shui, dem Stadteil von Tai Bei wo der Fluss ins Meer mündet. Dort konnte man noch ein wenig Bummeln und die Abendsonne genießen, und dann ging es auch schon langsam Richtung Busbahnhof bzw. Flughafen, wo ich meine Eltern(trotz einiger Komplikationen mit den Flugtickets) Richtung Deutschland verabschieden konnte.

Also, ich habe es doch tatsächlich geschafft, die Berichte fertigzukriegen :) Was bleibt von diesem Besuch? Sehr viel gesehen, sehr viel erlebt, ein bisschen Stress und Nerverei, aber alles in allem ist es doch ganz gut gelaufen. Und ab dem nächsten Eintrag wende ich mich endlich wieder aktuelleren Ereignissen zu, versprochen!

Donnerstag, 7. Mai 2009

Geschichten von... überall, Teil 5

Die Zeit ist momentan knapp, es wird gelernt, trainiert (soweit es die Gesundheit zulässt) und natürlich ein bisschen telefoniert, nichtsdestotrotz will ich meine unendliche Geschichte an dieser Stelle mal wieder fortsetzen, bevor die Zeit noch knapper wird, denn diese Woche geht es los mit der Vorbereitung auf das Drachenbootrennen, und ich als Kapitän meines Bootes(kein Witz) sollte da schon etwas Einsatz zeigen :)

Also: Nach dem eher ruhigen Tag in der Nähe von Tai Nan machten wir uns auf in Richtung des nächsten Top-Highlights: A Li Shan Nationalpark. Aber nicht, wie die Masse der Touristen, mit der Bergbahn, sondern mit unserem treuen Mietwagen, der die winzigen Bergstraßen mit teilweise abenteuerlichen Steigungen gerade so bewältigen konnte, so dass wir halbwegs sicher zu unserem ersten Zwischenziel gelangten: Fen Qi Hu, wo die altbekannte katholische Jugendherberge auf uns wartete, geleitet von einer goldigen Schweizer Nonne. Natürlich erinnerte sie sich noch an Cornelia und Familie, die ein paar Tage vor uns durchgekommen waren(extrem verspätete Grüße an dieser Stelle!), und zu meiner Überraschung konnte sie sich sogar noch entsinnen, dass wir 2006 schon mal da waren, anscheinend war der Eindruck doch bleibend :)

Nach kurzer Pause ging es dann weiter nach A Li Shan selbst, um zu schauen wie lange man braucht um hinzukommen(wichtig für den nächsten Tag!), um Tickets fuer den Zug zum Gipfel zu besorgen, und natürlich um die Sonne zu genießen. Wer übrigens behauptet, nur der dortige Sonnenaufgang wäre sehenswert, des täuscht sich. Der Untergang ist auch einen Blick wert.



Aber der Zweck der Reise war natürlich das morgendliche Spektakel, also ging es flugs zurück nach Fen Qi Hu, und gegen 19:00 war Bettruhe angesagt, um am nächsten Tag um 2:30 fröhlich aus den Federn zu hüpfen, sich wieder nach A Li Shan zu begeben und die Bahn nach ganz oben zu nehmen. Die Temperatur war zwar mit ca. 6 Grad ein wenig frisch, aber der Himmel war absolut klar, und so kündigte sich ein extrem sehenswerter Sonnenaufgang an. Nun ja, man wurde nicht enttauescht.






Der Abstieg nach dem Aufgang war nicht minder sehenswert, trotz einiger kleinerer Irrwege. Zu unserem Glück sind wir übrigens auch genau zur richtigen Zeit gekommen, um die Kirschblüte zu erleben, was ja allerorten empfohlen wird. Check!



Nach der Rückkehr ins Quartier und dem deutschen Frühstück(dank der anderen, deutschen Nonne) wurde dann überlegt, wie man den angebrochenen Tag sinnvoll nutzt, und die Wahl fiel dann auf einen scenic spot, den ich auch noch nicht kannte: Yu Shan, seines Zeichens der höchste Berg Südostasiens. Raufgeklettert sind wir zwar nicht, aber die Fahrt und die Aussicht waren schon sehr beeindruckend, und wir haben sogar(wenn auch nur aus der Ferne) Schnee gesehen! Nochmal Check!



Und weil danach IMMER noch etwas Zeit war, und wir unseren Ruf als Supertouristen gerecht werden wollten, wurde auf dem Weg nach Hause noch mal eben der Sun Moon Lake mitgenommen, der größte Süßwassersee Taiwans. Da wurde zwar nicht viel mehr gemacht als Essen und ein bisschen spazieren, aber schön war es trotzdem, zumal das Wetter an diesem Tag wirklich auf unserer Seite war. Danach ging es aber wirklich nach Hause, und der letzte Sonnenuntergang der Tour wurde schon auf der Autobahn erlebt. Irgendwann reicht es ja auch mal :)


Samstag, 2. Mai 2009

All is Full of Love

Einige, oder wie ich eher vermute, der Großteil meiner Leser hat den Grund meines Heimatbesuches schon auf anderen Wegen erfahren, nun da die Katze von Seiten der Beteiligten offiziell aus dem Sack gelassen wurde kann ich aber selbst mit meiner Geheimniskrämerei aufhören.

Also: Am 12. Juni 2009 werden die wunderbare Cornelia und der nicht minder wunderbare Matthias in den heiligen Stand der Ehe eintreten, und dieses einmalige Ereignis werde ich mir selbstverständlich nicht entgehen lassen. Stattfinden wird das ganze in Duderstadt, genaueres findet man (so macht man das heutzutage) auf der dazugehörigen Website. Diejenigen, die leider nicht eingeladen sind, können sich dort zumindest davon überzeugen, dass die beiden auch fantastisch aussehen.

Neben diesem freudigen Ereignis gibt es aber noch etwas, worauf ich mich ganz persönlich freue: Die ebenfalls wunderbare Charlotte(soviel wunderbare Menschen!) wird mich auf die Hochzeit begleiten, und es wird interessant zu sehen, wer von uns mehr strahlt vor Freude über das Wiedersehen nach einer gefühlten Ewigkeit :) Wir beide zählen jedenfalls schon die Tage.

Aber, man mag es kaum glauben, es gibt sogar noch mehr gute Nachrichten. Charlotte und ich werden nach meinem Heimatbesuch nicht mehr auf Telefon und Computer angewiesen sein, um in Kontakt zu bleiben, denn ich nehme sie einfach mit. Ha! Oder genauer gesagt, sie begleitet mich zurück nach Tai Nan, um mit mir hier gemeinsam Chinesisch zu lernen und zu wohnen, worauf wir uns beide tierisch freuen. Besonders froh bin ich übrigens, dass ich nach meiner Operation einen so wundervollen Menschen bei mir haben werden, um mich zu unterstützen. Dafür bin ich jetzt schon einfach nur dankbar :)

Also, eigentlich lässt sich meine Freude kaum in Worte fassen, aber ich würde mal sagen: Für mich ist Weihnachten dieses Jahr im Sommer.