Montag, 26. Januar 2009

Frohes Neues!

Wieder mal ist Jahreswechsel angesagt, diesmal ist aber das Chinesische Neujahr dran. Das führt z.B. dazu, dass man eine Woche frei bekommt, wodurch das ganze Land mehr oder weniger stillsteht, darüberhinaus gab es letzte Woche einen netten Termin an der Sprachschule, wo man einerseits Dumplings (so eine Art Maultaschen) selber machen konnte, zum anderen konnte man sich an den glücksbringenden Spruchbändern versuchen, die hier zu Neujahr traditionell an die Häuser gepappt werden. Auch wenn ich auf beiden Gebieten nur so mittel talentiert bin, ich hab es zumindest redlich versucht :)





Gefeiert wurde dann am Sonntag und am Montag, dazu wurden wir freundlicherweise von einer Bekannten von Cornelia eingeladen, so dass wir Sonntag bei einem Teil ihrer Familie waren und Montag beim anderen. Der Sonntag war eher ruhig und beschaulich, bestand er doch im Wesentlichen aus Essen, Essen und Essen, der Montagstermin war schon etwas aufgeregter, zumal es auch wesentlich mehr Leute waren.



Außerdem gab es (neben Tonnen von Essen, klar) auch illegales Glücksspiel und Mahjongg, ebenfalls um hartes Geld. Deswegen habe ich mich dabei auch wohlweislich zurückgehalten ;)





Apropos Geld, obwohl wir gar nicht zur Familie gehören haben wir auch ein paar von den berüchtigten roten Umschlägen voller Bargeld abbekommen, die hier traditionell zu Neujahr verschenkt werden. Die Menschen hier sind manchmal schon freundlich bis an die Schmerzgrenze, das bringt mich immer noch regelmäßig in Verlegenheit.

Wie bei "unserem" Neujahr gab es übrigens auch ein bisschen Feuerwerk, das konnten wir dann auf der heimischen Terrasse ganz gut verfolgen, ich hatte mir aber irgendwie mehr erhofft. Macht aber nichts, das Neujahrsfest läuft ja noch ein paar Tage, ich bin auf alles gefasst :)

Die wesentliche Erkenntnis der ganzen Feierei ist bis jetzt allerdings, dass das Chinesischlernen offenbar Früchte trägt. Es ist schon ein gutes Gefühl, wenn man ein Tischgespräch halbwegs verfolgen kann und sogar noch einen mehr oder weniger produktiven Beitrag dazu leisten kann... auch wenn einem dann nach ein paar Stunden schon das Gehirn wehtut.

Ansonsten, zum Schluss noch ein paar Randnotizen, die mit dem bislang geschriebenen wenig zu tun haben:

1. Ich sollte mir wirklich ein vernünftiges Schloss für meiner Roller zulegen, denn letztens habe ich durch Zufall (bzw. Schusseligkeit) rausgefunden, dass ich ihn sowohl mit meinem Fahrrad- als auch mit meinem Haustürschlüssel starten kann, womit das dann wohl auch jeder Dahergelaufene auf der Straße könnte. Uh Oh.

2. Der wahrscheinlich größte Fußballer seiner Generation leidet nach dem Karriereende offenbar unter Geldproblemen, wie sonst ließe sich erklären, dass er seinen Namen für billige Hygieneartikel hergeben muss? Sehr merkwürdig...

Dienstag, 20. Januar 2009

Altes und Neues

Tjajaja, das hat man wieder mal davon, dass man so nachlässig ist mit dem Tagebuchschreiben, es haben sich schon wieder so viele Kleinigkeiten angesammelt, dass dieser Eintrag einmal mehr ein wirrer Wust an Gedanken wird. Macht aber nichts, sollte die Leserschaft ja schon gewohnt sein ;)

Zunächst mal zum Wochenende, da ging es wie bereits angekündigt auf Klassenfahrt nach Ping Dong. Das Ziel war dann auch tatsächlich exakt der gleiche Eingeborenen-Erlebnispark, in dem ich 2006 auch schon war, aber das macht ja nix, hübsch ist es da trotzdem.



Die Begrüßung bestand aus einer kleinen Kanonen(!)- und Gesangsvorführung...



...anschließend gab es noch eine etwas längere Show mit traditionellen Tänzen und Ritualen, was zwar nett anzuschauen, aber auch ein bisschen verwirrend war, die Erklärungen gab es nämlich ausschließlich auf Chinesisch, und so fit bin ich dann doch noch nicht.

Nach der Mittagspause ging es dann weiter mit Selber-Sachen-Ausprobieren. Unter anderem wurde ich zum Gruppentanz mitgeschleift, wovon mit Sicherheit Bilddokumente existieren, aber zwecks Wahrung meines Gesichts sollte das lieber niemand sehen ;) Weniger peinlich waren das Bogenschießen (da hatte ich ja noch vom letzten Ausflug etwas Erfahrung) und ein seltsames Männlichkeits-Ritual, das wie folgt ablief:

Man bekam einen mächtig langen Speer in die Hand gedrückt, und musste damit einen in die Luft geworfenen Ball aus Blättern und Ästen aufspießen, der Glück, Reichtum etc. repräsentiert. Außerdem wurde man im Laufe der Aktion an verschiedener Stelle mit einer Art Rute auf den Allerwertesten geschlagen, was aber auch gut fürs Glück sein soll. Naja, gefangen hab ich das Ding jedenfalls nicht, aber mein Leben wird auch so ganz gut laufen denke ich. Lustig war es allemal, vor allem wohl für die Zuschauer.



Danach gab es aber nicht mehr wirklich viel, weswegen der Tag ziemlich ruhig ausgebummelt wurde.

Weitere Neuigkeiten der Woche:

- "Mein" Hund hat sich tatsächlich wiedergefunden, hat mich einen ganzen Tag lang überall hin begleitet... nur um sich dann abends wieder zu verdrücken. Scheint nicht viel von Treue zu halten ;)

- Das chinesische Neujahr kommt, und einen ersten Vorgeschmack auf den totalen Ausnahmezustand gibt es schon. Die Fressstraße, sonst zuverlässige Quelle für das Mittagessen, wird anscheinend komplett runderneuert. Der Straßenbelag ist weg und die Läden größtenteils zu, und kaum eine Menschenseele verliert sich dort, wo es sonst zugeht wie im Taubenschlag. Ein merkwürdiger Anblick.



- Nach einmal Mannschaftstraining am Mittwoch und einer halben Stunde Einsatz am Sonntag gegen die Old Boys kann ich sagen: Knie hält tatsächlich, Fitness und Ballgefühl lassen aber noch etwas zu wünschen übrig. Kommt aber sicher bald wieder.

- Die Möglichkeit, im März nach Hong Kong bzw. Macau zu fahren hat sich leider erledigt, was aber nicht an mir liegt, sondern wohl daran dass die Veranstaltung als Ganzes nicht stattfindet. Der DAAD spricht aber davon eine "adäquate" Ersatzveranstaltung organisieren zu wollen, evtl. im Juni. Das würde mir aber nicht so wirklich in den Kram passen, denn...

- ...im Moment denke ich ernsthaft drüber nach, im Juni zumindest für ein paar Tage nach Deutschland zu kommen. Dafür gibt es auch einen guten Grund, den ich aber erstmal nicht verraten werde, das steht mir nämlich nicht zu. Dies hat übrigens auch nichts mit einer vorzeitigen Rückkehr zu tun, bis zum Herbst werde ich auf jeden Fall hierbleiben, in der Tat freue ich mich auf diesen letzten Abschnitt hier ganz besonders. Der gute Grund dafür wird auch zu gegebener Zeit verraten :D

Ein schönes Wirrwarr, oder? Aber es kann niemand behaupten, er wäre nicht gewarnt worden!

Dienstag, 13. Januar 2009

Hundeleben

Wieder ein paar Tage nichts geschrieben, aber es ist im Moment einfach zu stressig. Deswegen jetzt, mal wieder völlig zusammenhanglos, ein paar bemerkenswerte Ereignisse der letzten Tage.

Zunächst mal war letzte Woche endlich wieder Tai Chi angesagt, worauf ich mich eigentlich (was den Unterricht angeht) am meisten gefreut habe. Leider war es nur so, dass niemand dem Lehrer Bescheid gesagt hatte wann denn der Unterricht stattfindet, so dass er erstmal herbeitelefoniert werden musste. Die Zwischenzeit hätte man dann mit sinnlosem Warten vergeuden können, aber Alex (der halboffizielle Übersetzer des Lehrers) und ich haben die Sache dann selbst in die Hand genommen, d.h. das Aufwärmprogramm durchgezogen und schon mal angefangen, den Anfängern die ersten Bewegungen beizubringen. Die anderen Fortgeschrittenen haben sich dezent zurückgehalten, aber ich fand es war schon ein nettes Gefühl, wenn man sagt "Macht das, was ich mache" und 20 Leute wie die Schäfchen gehorchen :) Aber am Ende kam der Lehrer dann doch noch, mein Ruhm war also nur von kurzer Dauer...

Am Samstag dann kam die Rache für den freien 2. Januar, der hier eigentlich kein Feiertag war, der Unterricht wurde nämlich nachgeholt, was naturgemäß auf wenig Begeisterung stieß. Der Unterricht war dann auch eher unspektakulär, aber beim Frühstückholen passierte dies:



Der haarige Kollege setzte sich einfach mal so auf meinen Roller, und da musste ich sofort an Marcin denken. Der hatte mir nämlich erzählt, dass ihm das gleiche passiert wäte, und beim Versuch den Hund loszuwerden wurde er gebissen. Der Trick ist anscheinend, die Hunde einfach ein Stück mitzunehmen, irgendwann steigen sie schon wieder ab... anscheinend sind taiwanische Hunde sehr lauffaul, oder sie fahren nur gerne Roller.

Jedenfalls habe ich ihn dann mit zum Sprachzentrum genommen, aber zu meiner Verblüffung hat er dort dann fünf Stunden ausgeharrt um auf mich zu warten, so dass ich ihn auf dem Heimweg wieder mitnehmen konnte.



Dann hat er sich allerdings wieder aus dem Staub gemacht, als ich mir schon Gedanken drüber gemacht habe, ihn zu adoptieren, denn er hat mich anscheinend wirklich gerne. Aber vielleicht gibt es noch Hoffnung für uns beide, Cornelia meinte eben noch, sie hätte heute "meinen" Hund gesehen, also finden wir vielleicht doch zueinander ;)

Ein weiteres Ereignis von Interesse: Seit dieser Woche bin ich nunmehr offiziell in Taiwan krankenversichert, womit dann auch der letzte Schritt zu meiner Einbürgerung vollzogen ist. Das hab ich natürlich sofort genutzt, um mein Knie nochmal abschließend untersuchen zu lassen, und der Arzt meinte im Wesentlichen, ich soll jetzt mal langsam wieder Sport treiben, das Knie ist nämlich voll belastbar, voll beweglich, und nur ein bisschen eingerostet. Also war ich heute auch testweise endlich mal wieder Laufen (eigentlich untypisch für mich), und da das Knie keine Reaktion gezeigt hat (sprich: alles ok) werde ich dann vielleicht ganz vorsichtig wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Mal gucken, wie das wird.

Was gibts sonst noch? Nun, am Wochenende steht wieder mal eine Klassenfahrt an, diesmal nach Ping Dong. Da war ich zwar 2006 schon mal, aber das heißt ja nicht, dass es langweilig werden muss. Ich freue mich drauf, genauso wie generell auf die Zukunft, ich weiß es werden noch erfreuliche Dinge auf mich zukommen dieses Jahr...

Donnerstag, 8. Januar 2009

Geschichten von der Ostküste, Teil 6

Nach einer kleineren Pause, verursacht u.a. durch solch nebensächliche Dinge wie Unterricht und Hausaufgaben, nun endlich der letzte Eintrag dieser Reihe, bevor die Erinnerungen an den Urlaub endgültig verblasst sind.

Der letzte Tag begann früh für uns, genauer gesagt um 6:00, denn wir hatten uns vorgenommen morgens nochmal die heißen Quellen aufzusuchen, bezahlt ist schließlich bezahlt. Bei gerade so aufgehender Sonne war es auch herrlich im heißen Wasser zu sitzen und noch ein bisschen weiterzuträumen, aber nichtsdestotrotz machten wir uns bald darauf auf den Weg, denn in Zhi Ben gab es noch ein paar Kleinigkeiten zu sehen.

Die erste davon, den "Weiße-Jade-Wasserfall" erreichten wir dann auch relativ fix und problemlos. Hübsch.



Danach fassten wir jedoch den Plan, auch noch den örtlichen Tempel mitzunehmen, den wir natürlich nicht langweilig über die Straße sondern lieber über die Wanderwege erreichen wollten. Und, welch passender Abschluss für diese Reise, unsere Karte hatte wenig mit der Realität zu tun, und so fanden wir weder den Tempel noch einen Weg zurück ins Tal, es ging immer nur weiter aufwärts. Also beschlossen wir irgendwann vernünftigerweise umzukehren, wir wollten ja auch noch nach Hause ;)

Der Rest der Geschichte ist dann relativ zügig erzählt: Mit dem Ding Dong Bus zum Bahnhof, mit dem Zug nach Gao Xiong, dort umgestiegen in den Zug nach Tai Nan... wobei die Zugfahrt von uns dann noch äußerst sinnvoll genutzt wurde, nämlich mit dem Aufschreiben all der Dinge, über die ich im Laufe dieser Reihe berichtet habe. Herausgekommen sind dabei mehr als acht eng beschriebene Seiten, ohne die die Einträge in dieser Form nicht möglich gewesen wären. Danke Cornelia, für die äußerst gute Idee, und für eben dieses Notizbuch, das auch jetzt gerade neben mir liegt.

Was bleibt als Fazit von dieser Reise? Wir haben uns köstlich amüsiert, obwohl (oder gerade weil?) nicht immer alles nach Plan lief, wir haben einige wundersame Dinge gesehen, jede Menge unglaublich freundliche Leute getroffen, und darüberhinaus unser Chinesisch endlich mal im Ernstfall ausprobiert. Das hat zwar nicht immer reibungslos geklappt, aber es ging irgendwie, und es kann ja mit jeder Unterrichtsstunde nur besser werden. Der Lernmotivation war es jedenfalls sehr zuträglich.

Apropos Lernen: Auch aus der Sprachschule gibt es die eine oder andere Anekdote und Neuigkeit zu berichten, doch dazu vielleicht am Wochenende mehr... Zunächst möchte ich aber mal all jenen danken, die sich durch die scheinbar endlosen Urlaubsberichte gekämpft haben. Vielleicht hat ja der eine oder andere dadurch Lust bekommen, auf einen Besuch vorbeizuschauen :D

Samstag, 3. Januar 2009

Geschichten von der Ostküste, Teil 5

Das neue Jahr ist da, es hat mit dem langen Wochenende gut angefangen, und so langsam aber sicher erhole ich mich sowohl von meiner Erkältung als auch (endgültig) von meiner Knieverletzung, Tag für Tag geht es mehr in Richtung "normal". Das ist auch gut so, denn die Lust endlich anzufangen ist groß, und damit meine ich nicht nur den Fußball. Ich werde es aber nicht überstürzen, versprochen, die Gesundheit geht immer noch vor...

Nun aber zurück zu den dramatischen Ereignissen, die sich an der Ostküste zugetragen haben. Nach Verlust des lonely planet standen im Wesentlichen drei Möglichkeiten zur Wahl:

1. Ohne Reiseführer weitermachen. Ausgeschlossen, keine Frage.

2. Irgendwo in Tai Dong einen neuen besorgen. Sicher nicht unmöglich, aber in einer fremden Stadt nicht einfach, außerdem ging es speziell bei diesem lonely planet auch um den emotionalen Wert, hatte er uns doch schon 2006 auf allen Wegen begleitet.

3. Zurückholen! Jawoll! Nichts ist unmöglich, und warum sollten wir unser Glück schon ausgereizt haben?

Also, auf den Weg gemacht zum Sitz der Ding Dong Bus Company, wo eine freundliche Dame, nachdem wir ihr unser Schicksal geschildert hatten, tatsächlich alle Hebel in Bewegung setzte, um uns zu helfen. Sie machte den Bus ausfindig, mit dem wir gefahren waren, konnte den Fahrer identifizieren, der den lonely planet gefunden hatte, und am Ende (nach einer gefühlten Ewigkeit und reichlich telefonieren) wurde er uns zurückgebracht! Unversehrt (bzw. so versehrt wie er vorher auch schon war)! Ein herrliches vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, und ein weiterer Beweis für die Mentalität der Menschen in Taiwan.

Da dann aber der Tag eigentlich schon halb rum war, und da wir am Vortag schon reichlich Sonne abbekommen hatten, wurde der ursprüngliche Plan nach Green Island zu fahren erstmal auf Eis gelegt, stattdessen machten wir uns (natürlich mit dem Ding Dong Bus) auf den Weg nach Zhi Ben, einem Örtchen in der Nähe von Tai Dong. Dort nahmen wir uns natürlich, wie sollte es anders sein, den nächsten Wanderweg vor, und ausnahmsweise klappte es mal mit unserer Zeitplanung und Orientierung, so dass wir ohne größeren Druck den Weg mitsamt Affen am Wegesrand, motivierenden Schildern und Wasserfall genießen konnten.













Bei einbrechender Dunkelheit, aber darin waren wir ja inzwischen routiniert, haben wir uns dann zurück in den eigentlichen Ort begeben, und uns für die letzte Übernachtung das teuerste Hotel unserer kleinen Tour gegönnt. Natürlich nicht ohne Hintergedanken, denn Zhi Ben ist auch bekannt für seine heißen Quellen, und so konnten wir in der hoteleigenen Quelle am Abend aber mal so richtig schön die müden Knochen entspannen... herrlich.

Damit endete dann auch dieser Tag sehr erfreulich, und die Geschichten von der Ostküste nähern sich ebenfalls ihrem Ende. Ein wenig gibt es aber noch zu erzählen, im nächsten (und letzten) Eintrag dieser Reihe.

Donnerstag, 1. Januar 2009

Geschichten von der Ostküste, Teil 4

Frohes neues Jahr zunächst mal an alle, und danke für die guten Wünsche die mich auf diversen Wegen erreicht haben. Hoffen wir, dass 2009 mindestens genauso gut wird wie 2008, wenn nicht sogar noch besser :)

Der Jahreswechsel hier ist insgesamt sehr erfreulich verlaufen, denn zum einen habe ich gestern noch ein leicht verspätetes Weihnachtsgeschenk bekommen, über das ich mich sehr, sehr, sehr gefreut habe (vielen Dank nochmal an dieser Stelle, Charlotte), zum anderen wurde der Abend sehr gemütlich und lustig bei Sander und Maria gefeiert, zusammen mit diversen Ausländern und Einheimischen, und mit unserer Klassenlehrerin als Ehrengast. Mein persönliches Highlight war ihr Versuch, uns zu fortgeschrittener Stunde die Feinheiten von Mahjongg näherzubringen. Das ist schon ein mächtig unterhaltsames Spiel, aber bei den Regeln habe ich zwischenzeitlich den Überblick verloren. Andererseits, es war auch schon spät und ich nicht mehr ganz nüchtern.



Nun aber wieder zurück zum Reisebericht, der zuletzt bei der Ankunft in Hua Lian endete. Bei Hua Lian werden jetzt alle Leute, die Bescheid wissen "Taroko! Taroko!" rufen, aber da Cornelia und ich nun beide schon dort waren entschieden wir uns dagegen und bestiegen stattdessen einen Bus in Richtung Süden, um die Höhlen der acht Unsterblichen in Augenschein zu nehmen. Dazu war aber erstmal eine längere Fahrt auf dem Ostküsten-Highway nötig, der sich malerisch zwischen Bergen und Meer entlangschlängelt. So malerisch, dass wir erstmal unsere Haltestelle verpasst haben und vom Busfahrer dann ein bisschen nach dem eigentlichen Halt rausgelassen wurden. Das war aber nicht weiter tragisch, denn der Weg zurück führte dann bei herrlichstem Wetter am Pazifikstrand entlang, auch nicht so schlecht.



Das eigentliche Ziel war dann aber schon ein wenig enttäuschend. Der Trail über viele, viele Stufen in den Berg bot zwar die eine oder andere spektakuläre Aussicht...





...die Höhlen an sich waren aber wenig spektakulär. Vielleicht haben wir aber auch das Beste verpasst, denn gut die Hälfte des Trails war gerade gesperrt. Das hat man wohl davon, wenn man in der Nebensaison reist.

Unverdrossen machten wir uns aber auf den Weg zum nächsten Ziel, der Plattform der drei Unsterblichen, und damit landeten wir mal einen echten Volltreffer. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um eine kleine Insel, die über eine Brücke mit acht Bögen mit dem Festland verbunden ist, was den Energieaufwand zum Überqueren übrigens unnötig in die Höhe treibt, eigentlich untypisch für Taiwan ;) Nichtsdestotrotz war es da mit der Kombination aus Flora, Fauna, Meeresrauschen und Sonnenuntergang einfach wunderschön, und wir blieben dort auch bis zum endgültigen Einbruch der Dunkelheit, natürlich nicht ohne die Füße nochmal im Meer abzukühlen.










Danach machten wir uns (bei herrlichem Sternenhimmel übrigens) auf den Fußweg in Richtung Cheng Gong, wo wir den Bus nach Tai Dong nehmen wollten. Einen Bus haben wir dann auch erwischt (durch fleißiges Winken am Straßenrand), und wir kamen auch nach Tai Dong, das Ende der Fahrt war aber eher unerfreulich. Wir wollten eigentlich zum alten Bahnhof, sprich ins Stadtzentrum, das konnten wir dem Fahrer aber irgendwie nicht so begreiflich machen, weswegen wir am neuen Bahnhof rausgeschmissen wurden, der janz weit draußen liegt, wie manch einer sagen würde. Das wäre noch zu verschmerzen gewesen, aber leider blieb beim übereilten Ausstieg auch unser treuer lonely planet, der beste Reiseführer der Welt, im Bus zurück. Nunmehr ohne Orientierung, ohne klares Ziel vor Augen und ohne Lust eine Stunde auf den nächsten Bus zu warten nahmen wir also ein Taxi in die Stadt, wobei der Biergeruch des Fahrers auch nicht gerade zur Beruhigung beitrug. So war beim Einchecken im Hotel an diesem Abend die Stimmung doch ein wenig getrübt.

Wie wird die Geschichte weitergehen? Ist der lonely planet für immer verloren? Werden unsere Helden orientierungslos dem Ende der Reise entgegentaumeln? Oder wendet sich doch noch alles zum Guten? Antworten darauf in der nächsten Folge...