Schadensbericht
Also, aus aktuellem Anlass immer noch keine Fortsetzung der Reiseberichte, dafür etwas, was zumindest für mich von Interesse ist.
Gestern war endlich der Tag gekommen, an dem ich den Grund meiner anhaltenden Knieprobleme erfahren sollte, und die Diagnose ist genauso klar wie erschreckend: Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie. Dass ich davon überhaupt erfahren habe war schon ziemlich nett, der Arzt hatte es zunächst mal vorgezogen der anwesenden Gruppe von Studenten 10 Minuten lang auf Chinesisch zu erklären was los ist, bevor er mich überhaupt mal angeguckt hat, und danach meinte er auch noch witzig sein zu müssen:
Er: "Sehen Sie das hier?"
Ich:"Tut mir leid, ich sehe da nix."
Er: "Haha, genau, da sollte eigentlich ihr Kreuzband sein, isses aber nicht!"
Fand ich in dem Moment irgendwie nicht so lustig. Immerhin wurde er danach etwas ernsthafter und erklärte mir, was das genau bedeutet. Zunächst mal, dass der Unterschenkel eine Fehlstellung von ca. 1cm aufweist, was zu ständiger Falschbelastung der Muskeln und der gesunden Bänder führt, woher auch meine Schmerzen kommen. Weiterhin führt das ganze normalerweise zu einer seitlichen Instabilität des Knies.
Aber, bei mir ist die Instabilität fast nicht festzustellen. Warum? Nun, nach jahrelangem Fußballspielen und Fahrradfahren ist meine Muskulatur dermaßen ausgeprägt, dass die Stabilität immer noch auf "normalem" Niveau ist. Also, Ironie des Schicksals, dass ich eigentlich das Richtige gemacht habe in der Vergangenheit hat jetzt für mich zur Folge gehabt, dass die Verletzung ohne Tomographie gar nicht festgestellt werden konnte und ich deswegen gut vier Monate mit gerissenem Kreuzband rumgelaufen bin und sogar wieder Fußball gespielt habe, was beliebig schwere Folgeverletzungen hätte nach sich ziehen können. Dem Arzt von damals will ich dabei gar keinen Vorwurf machen, er hat sicher im besten Glauben gehandelt und hielt weitere Untersuchungen für unnötig, aber ärgerlich ist es schon, vor allem dass ich soviel Zeit verloren habe.
Nun ja, es hilft ja nichts, über Vergangenes zu trauern, daher nun der weitere Ablauf: Am 3.7., also quasi direkt nach meiner Rückkehr aus Deutschland, werde ich mich unters Messer begeben und ein schönes neues Kreuzband bekommen, geformt aus einem Stück meiner Patellasehne. Nach spätestens zwei Monaten sollte ich dann wieder problemlos laufen können, und nach vier bis fünf Monaten könnte ich wieder mit richtigem Training anfangen.
Ich hätte das ganze übrigens auch Ende Mai machen können, aber mit den anschließenden Reisestrapazen wäre das doch ein erhebliches Risiko gewesen. Die andere Alternative wäre gewesen, gar nichts zu machen, da mein Knie ja durchaus alltagstauglich ist. Dies wäre aber verbunden gewesen mit einem Verzicht auf ernsthaften Sport für... den Rest meines Lebens. Mit 25 Jahren fühle ich mich aber noch ein bisschen zu jung für mein Karriereende :) Traurigerweise ist es aber definitiv das Ende meiner kurzen Laufbahn bei Tai Nan Phoenix, was schon schade ist, aber so ist das Leben manchmal.
Zum Schluss aber, um diesem doch leicht depressiven Eintrag noch eine positive Note zu geben, eine gute Nachricht: Die DAAD-Forschungskonferenz, von der ich vor ein paar Monaten mal fabuliert habe, findet nun vom 5. bis 7. Juni in Bei Jing (VR China) statt, und ich bin eingeladen, auf Kosten des DAAD dort hinzureisen. Das wirft zwar einige organisatorische Problemchen auf (schließlich will ich an dem Wochenende ja nach Deutschland kommen), aber wenn sich das irgendwie machen lässt würde ich das schon gerne mitnehmen.
Also, sieht doch so aus als hätte ich im Sommer eine ganze Menge Termine und Menschen auf die ich mich freuen kann, und ein schönes neues Knie zu bekommen ist doch eigentlich eine feine Sache :)
Gestern war endlich der Tag gekommen, an dem ich den Grund meiner anhaltenden Knieprobleme erfahren sollte, und die Diagnose ist genauso klar wie erschreckend: Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie. Dass ich davon überhaupt erfahren habe war schon ziemlich nett, der Arzt hatte es zunächst mal vorgezogen der anwesenden Gruppe von Studenten 10 Minuten lang auf Chinesisch zu erklären was los ist, bevor er mich überhaupt mal angeguckt hat, und danach meinte er auch noch witzig sein zu müssen:
Er: "Sehen Sie das hier?"
Ich:"Tut mir leid, ich sehe da nix."
Er: "Haha, genau, da sollte eigentlich ihr Kreuzband sein, isses aber nicht!"
Fand ich in dem Moment irgendwie nicht so lustig. Immerhin wurde er danach etwas ernsthafter und erklärte mir, was das genau bedeutet. Zunächst mal, dass der Unterschenkel eine Fehlstellung von ca. 1cm aufweist, was zu ständiger Falschbelastung der Muskeln und der gesunden Bänder führt, woher auch meine Schmerzen kommen. Weiterhin führt das ganze normalerweise zu einer seitlichen Instabilität des Knies.
Aber, bei mir ist die Instabilität fast nicht festzustellen. Warum? Nun, nach jahrelangem Fußballspielen und Fahrradfahren ist meine Muskulatur dermaßen ausgeprägt, dass die Stabilität immer noch auf "normalem" Niveau ist. Also, Ironie des Schicksals, dass ich eigentlich das Richtige gemacht habe in der Vergangenheit hat jetzt für mich zur Folge gehabt, dass die Verletzung ohne Tomographie gar nicht festgestellt werden konnte und ich deswegen gut vier Monate mit gerissenem Kreuzband rumgelaufen bin und sogar wieder Fußball gespielt habe, was beliebig schwere Folgeverletzungen hätte nach sich ziehen können. Dem Arzt von damals will ich dabei gar keinen Vorwurf machen, er hat sicher im besten Glauben gehandelt und hielt weitere Untersuchungen für unnötig, aber ärgerlich ist es schon, vor allem dass ich soviel Zeit verloren habe.
Nun ja, es hilft ja nichts, über Vergangenes zu trauern, daher nun der weitere Ablauf: Am 3.7., also quasi direkt nach meiner Rückkehr aus Deutschland, werde ich mich unters Messer begeben und ein schönes neues Kreuzband bekommen, geformt aus einem Stück meiner Patellasehne. Nach spätestens zwei Monaten sollte ich dann wieder problemlos laufen können, und nach vier bis fünf Monaten könnte ich wieder mit richtigem Training anfangen.
Ich hätte das ganze übrigens auch Ende Mai machen können, aber mit den anschließenden Reisestrapazen wäre das doch ein erhebliches Risiko gewesen. Die andere Alternative wäre gewesen, gar nichts zu machen, da mein Knie ja durchaus alltagstauglich ist. Dies wäre aber verbunden gewesen mit einem Verzicht auf ernsthaften Sport für... den Rest meines Lebens. Mit 25 Jahren fühle ich mich aber noch ein bisschen zu jung für mein Karriereende :) Traurigerweise ist es aber definitiv das Ende meiner kurzen Laufbahn bei Tai Nan Phoenix, was schon schade ist, aber so ist das Leben manchmal.
Zum Schluss aber, um diesem doch leicht depressiven Eintrag noch eine positive Note zu geben, eine gute Nachricht: Die DAAD-Forschungskonferenz, von der ich vor ein paar Monaten mal fabuliert habe, findet nun vom 5. bis 7. Juni in Bei Jing (VR China) statt, und ich bin eingeladen, auf Kosten des DAAD dort hinzureisen. Das wirft zwar einige organisatorische Problemchen auf (schließlich will ich an dem Wochenende ja nach Deutschland kommen), aber wenn sich das irgendwie machen lässt würde ich das schon gerne mitnehmen.
Also, sieht doch so aus als hätte ich im Sommer eine ganze Menge Termine und Menschen auf die ich mich freuen kann, und ein schönes neues Knie zu bekommen ist doch eigentlich eine feine Sache :)

1 Kommentare:
Autsch! Das tut mir echt leid für dich :-(
Lass dir aber gesagt sein, dass ich meine, halbwegs nachvollziehen zu können, wie beschissen sich anfühlt, außer Gefecht gesetzt zu sein. Kniebeschwerden sind mir ja auch nicht gänzlich unbekannt. Davon mal abgesehen ist die Enscheidung für eine OP natürlich richtig. Nur vielleicht bei einem anderen Arzt als dem mit dem Galgenhumor, harhar.
Ach ja: Die Gelegenheit zum Besuch eines totalitären Staats darfst du dir natürlich nicht entgehen lassen. Sieh nur zu, dass du auch der guten alten Bundesrepublik 'ne Stippvisite abstattest :D
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