Dienstag, 3. März 2009

Tempora mutantur et nos mutamur in illis

Nein, ich kann kein Latein, gebe ich auch ganz offen zu. Der Titel ist aber zum einen eine Hommage (französisch kann ich übrigens auch nicht) an meinen geliebten Bruder, zum anderen trifft er die Sache ganz gut, denn die Zeiten ändern sich, mal wieder.

Zunächst mal ist das Semester schon wieder zuende, was natürlich auch Abschlussprüfungen mit sich gebracht hat. Mit 92% im Schriftlichen und 85% im Mündlichen habe ich dabei grob an die Leistungen aus dem Vorjahr angeknüpft, womit ich auch zufrieden bin. Traurig stimmt dabei aber die Tatsache, dass das Korrigieren der Abschlussklausur die letzte Amtshandlung unserer äußerst entzückenden Lehrerin war, die nach diesem Semester selbst auf die harte Schulbank zurückkehrt um endlich ihren Abschluss in Chinesischer Literatur fertigzukriegen. Da sie ziemlich nahe am Wasser gebaut ist flossen so ein paar Abschiedstränen, genauso wie ein paar Tage zuvor Freudentränen, als wir ihr den Überraschungs-Geburtstags-Kuchen überreicht hatten. Sie wird uns fehlen, wobei mit "uns" folgende Menschen gemeint sind:



Die meisten davon sollte man noch vom letzten Klassenfoto kennen, die neu hinzugekommene Dame rechts ist Olivia, die für dieses Semester da war und nun auch schon wieder weg ist. Man verzeihe mir übrigens den leicht dümmlichen Gesichtsausdruck, ich musste gerade ein Lachen unterdrücken... dafür sieht An Lu ja umso nachdenklicher aus.

Ansonsten habe ich nun Ferien, was ich zum einen nutze um Tagebucheinträge zu machen(Ha!), zum anderen wird noch etwas herumgereist werden, aber erst wenn meine Eltern da sind. Die gute Cornelia ist mir da, wie angekündigt, zuvorgekommen, ihre Familie ist gut angekommen und inzwischen sind alle fleißig am Erkunden des Landes. Das gibt mir übrigens auch einen Vorgeschmack darauf, dass Cornelia bald schon wieder auszieht, was ein bisschen schade ist, fühle ich mich doch als wäre sie gerade hier eingetroffen. Aber kein Grund zur Sorge, man sieht sich ja in nicht allzu ferner Zukunft wieder, und ich werde auch damit klarkommen (zumindest für eine kleine Weile) wieder alleine zu wohnen.

Um dem zweiten Teil des Titels auch gerecht zu werden, jap, ich ändere ich mich auch, langsam aber sicher. So nehme ich inzwischen zusammen mit ein paar anderen die Gelegenheit war, von einem unserer Lehrer privat etwas Tai Chi beigebracht zu bekommen (wir werden zu erbarmungslosen Kämpfern ausgebildet, haha!), außerdem führt mich der Weg nun hin und wieder ins Fitnessstudio, um zusammen mit dem guten Udayan etwas gezielter an meiner Form zu arbeiten. Danke an dieser Stelle für das ausgefuchste Trainingsprogramm und den einen oder anderen motivationsfördernden Spruch :)

Der Ursprung des Ganzen liegt aber in der Erkenntnis, dass mich nichts davon abhält der Mensch zu sein, der ich sein will, außer ich selbst. Der Dank für diese Erkenntnis gebührt der wunderbaren Charlotte, mit der mich dank der einen oder anderen Stunde am Telefon inzwischen eine Freundschaft verbindet, die mich immer wieder aufs Neue verblüfft, denn sie ist nach unserer räumlichen Trennung nicht schwächer, sondern immer nur stärker geworden. Nicht normal, oder? Aber wir beide sind ja auch alles andere als normal.