Dienstag, 30. Dezember 2008

Geschichten von der Ostküste, Teil 3

Entschuldigung zunächst mal für die nur langsam eintröpfelnden Berichte und die (ähem) zähe Beantwortung von Emails, das Semester hat bekanntlich wieder angefangen, d.h. man hat jetzt tatsächlich wieder was zu tun... aber auch nur bis morgen erstmal, dann ist ja über Neujahr wieder langes Wochenende. Gefeiert wird der Jahreswechsel übrigens auch, hier in Tainan bei Sander und Maria voraussichtlich, da freu ich mich schon drauf.

Hinsichtlich meiner Klasse gibt es auch täglich neue Wasserstandsmeldungen, die Koreanerin, die gestern da war, ist wieder weg, dafür ist Taizi doch wieder da, und eine neue Australierin (Olivia) ist jetzt wohl endgültig Teil der Klasse, die hat aber noch ein bisschen zu kämpfen im Moment, weil sie vorher die Kurzzeichen gelernt hat, die in der Volksrepublik China üblich sind... naja, das wird schon.

Nun aber wieder zum Reisebericht, wir waren stehengeblieben in Yi Lan. Dort hatten wir uns eigentlich auf eine geruhsame Nacht eingestellt, aber leider hatten die Mücken andere Pläne mit uns, weswegen wir beide zahlreiche Stiche abbekommen haben und an guten Schlaf kaum zu denken war. Auch wenn es dann schon zu spät war, haben wir uns entschieden am nächsten Morgen unter den Mücken ein standesgemäßes Blutbad anzurichten, auch wenn es unser eigenes Blut war. Zumindest waren die dicken Dinger träge und leicht zu erwischen.



Danach machten wir uns aber auf den Weg nach Jiao Xi, zum einen bekannt wegen der dortigen heißen Quellen, zum anderen wegen eines Wasserfalls, den wir dann auch als nächstes Ziel ins Auge gefasst hatten. Die erste Enttäuschung war aber, dass die angegebenen 3,5 Km vom Bahnhof zum Wasserfall nicht entlang eines Wanderwegs sondern größtenteils einfach durch die Stadt führten.

Der Wasserfall (dreistufig angelegt) war dann aber sehr hübsch, zumindest die ersten zwei Stufen...





...die dritte Stufe war aber leider aufgrund von Taifunschäden gesperrt und nicht zugänglich, nur aus der Ferne zu sehen. Die Schäden waren aber auch sehr beeindruckend ;)







Oben gab es aber lustigerweise auch eine Kirche samt Marienschrein, da es an dieser Stelle wohl vor einiger Zeit eine Marienerscheinung gab. Dazu bekamen wir (passend zur Jahreszeit) von so einer Art Laienprediger ein bisschen was zu Weihnachten und menschlichem Zusammenleben erzählt, was interessanter war als es jetzt vielleicht klingt.



Er wies uns auch freundlicherweise auf einen weiteren Wanderweg hin, der hinter der Kirche losging. Der war auch sehr hübsch, und an seinem Ende sollte eine Missionarstation sein, in der man kostenlos übernachten konnte...





...wir waren aber nach den letzten Tagen etwas vorsichtiger geworden und kehrten lieber nach einiger Zeit um, um vor Anbruch der Dunkelheit wieder unten zu sein. Das schafften wir dann auch locker, weil (typisch Taiwan) eine Familie auf dem Weg in die Stadt uns kurzerhand mit ins Auto gepackt hat, wodurch wir uns den Rückweg entlang der Straße gespart haben. Besten Dank nochmal, denn so hatten wir Zeit die weitere Besonderheit von Jiao Xi ausgiebig zu genießen. Auf dem Bahnhofsvorplatz gibt es nämlich eine öffentlich zugängliche, kostenlose heiße Quelle, in der müde Wanderer ihre Füße entspannen können.



Nach einer ausgiebigen Pause machten wir uns aber auf den Weg weiter Richtung Süden, weiter nach Hua Lian, der nächsten Station unserer Reise entlang der Ostküste. Mehr davon beim nächsten Mal...

Samstag, 27. Dezember 2008

Geschichten von der Ostküste, Teil 2

Eine fiese Erkältung zwingt mich heute zu weitgehender Inaktivität (wie hab ich das eigentlich hingekriegt bei 30 Grad und Sonnenschein?), trotzdem will ich, bevor ich wieder dazu übergehe, im Halbschlaf vor mich hin zu dösen und heißen Tee zu trinken, zumindest mein Versprechen einlösen und von weiteren Abenteuern berichten.

Zunächst mal sei aber der Vollständigkeit halber erwähnt, dass ich bzw. wir den ersten Termin an der Uni, die Einführungs-Teeparty, ohne größere Schäden überstanden haben. Das einzig Ärgerliche war, dass ich vor lauter Gequatsche mit alten Bekannten so gut wie gar nichts vom Gratis-Essen abbekommen habe... naja. Leicht irritiert war ich darüberhinaus von der Größe meiner Klasse, die anscheinend aus nur noch sechs Leuten besteht, da muss ich irgendwann mal klären, wo die alle hin sind.

Nun aber zum eigentlichen Thema, der Ostküstentour. Nachdem wir in Fu Long halbwegs ausgeschlafen hatten, fassten wir den Beschluss, einen schönen Wanderweg in Angriff zu nehmen, den Cornelia (im Gegensatz zu mir) 2006 schon gelaufen war. Um der Sache aber mehr Spannung zu verleihen, wählten wir einen anderen Ausgangspunkt, also ging es erstmal mit dem Zug nach Gong Liao, wo der Trail auch noch ordentlich ausgeschildert war, und dazu ganz ansehnlich, wie wir bei den zahlreichen Pausen (hitzebedingt) bewundern konnten.



Irgendwann kamen wir jedoch an eine verhängnisvolle Kreuzung, an der links der Wanderweg weitergehen sollte, rechts jedoch sollte der Weg nach Nei Liao führen, jenem Ort der auf der Karte ganz klar als nächstes Ziel ausgewiesen war. Also nach rechts, und wir waren frohen Mutes ein weiteres Schild mit der Richtungsangabe "Nei Liao" zu finden, dies führte jedoch nur zu einem Mann und seinen drei Hunden, die einsam im Wald leben. Der konnte darüberhinaus auch kein richtiges Chinesisch, sondern nur Taiwanesisch oder einen fiesen Ostküstendialekt, konnten wir nicht so ganz ausmachen. Wenig hilfreich insgesamt, also gingen wir zurück und stellten bei näherem Studium des Schilds fest, dass es da nur zu einem Vorort (oder so ähnlich) von Nei Liao ging. Also der anderen Straße gefolgt, dies sollte jedoch auch nicht erfolgversprechender sein, denn irgendwann endete die gut ausgebaute, markierte, beschilderte Straße... im Nichts. Aus. Ende. Nur noch Bäume, und ein alter Mann in seinem Häuschen, der zu unserem unfassbaren Glück gerade eine Gaslieferung bekam.



Der Gasmann konnte nämlich Chinesisch, und auf unsere Frage wo auf der Karte wir uns befänden deutete er auf einen Punkt weit, weit weg vom angepeilten Wanderweg. Ich glaube aber nicht, dass wir uns verlaufen haben, ich glaube vielmehr, dass Nei Liao einfach nicht existiert (vgl. Bielefeld).

Da der Gasmann aber typischer Taiwanese war, lösten sich in diesem Moment unsere Probleme dennoch in Wohlgefallen auf, denn natürlich bot er uns an uns zurück in die Zivilisation zu fahren, was wir dankend annahmen.



Nach der recht flotten und dennoch langen Fahrt (ich denke, wir habem weit über zehn Kilometer gemacht auf unserer Wanderung) wurden wir dann bis zum ursprünglich angepeilten Trail gebracht, den wir dann, Ehrensache, auch noch fertig liefen. Da gab es auch noch einiges zu sehen, z.B. diesen dicken Stein mit Inschrift, des sich für Gruppenfotos geradezu aufdrängt...



...dennoch wussten wir uns ein bisschen ranhalten, um vor Einbruch der Dunkelheit zumindest den Gipfel zu erreichen. Das haben wir dann auch gerade so geschafft, und zum ersten Mal auf der Ostküstentour gab es den Pazifik zu sehen, in seiner ganzen Pracht.



Der Abstieg Richtung Da Li (der Ort im Bild oben) dauerte in der Dunkelheit dann auch noch eine ganze Weile, aber zumindest war der Weg diesmal sehr übersichtlich, und dazu flankiert von Glühwürmchen. Hübsch.

Weil in Da Li dann aber mal so gar nix los war, sind wir mit dem Zug weitergefahren nach Yi Lan, wo wir uns zum einen endlich mal Rote-Bohnen-Schredder-Eis gegönnt haben, und wo sich zum anderen die epische Schlacht zwischen Mücken und Menschen abspielen sollte. Mit diesem genialen Cliffhanger verabschiede ich mich, bis zu den nächsten Geschichten von der Ostküste...

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Geschichten von der Ostküste, Teil 1

Frohe Weihnachten an all meine treuen Leser, und auch an all die weniger treuen... ich kann verstehen, wenn einige zwischendurch schlappmachen, ich habe schon wieder sehr lange nichts geschrieben, aber ich habe auch meine Gründe dafür, also der Reihe nach.

Zunächst mal: Weihnachten bzw. Heiligabend ist sehr erfreulich verlaufen, vor allem was die Geschenke angeht... ich habe ein riesiges Paket von meiner Familie bekommen, mit mehr Süßkram als ich essen kann und einigen anderen feinen Sachen, tausend Dank! Das Paket kam übrigens schon vor ein paar Tagen, wurde aber von meinem Vermieter angenommen und in weihnachtlich-perfektem Timing pünktlich zur Bescherungs-Videokonferenz mit meiner Familie vorbeigebracht (Ho Ho Ho), danke auch dafür! Von Cornelia bekam ich darüberhinaus richtiges, DEUTSCHES Bier (danke, es war köstlich), aber das beste Geschenk war ein anderes... Eine bestimmte Person (die an dieser Stelle weiß, dass sie gemeint ist) hat mir gesagt, dass mein Anruf zu Weihnachten das schönste Weihnachtsgeschenk für sie war, und das war widerum für mich das schönste... alles klar? Ich denke schon.

Abgesehen von Weihnachten hat sich übrigens auch noch anderes zugetragen am 24., und zwar wurden die Stundenpläne fürs neue Semester veröffentlicht. Für mich ändert sich erstmal wenig (gleiche Kernunterrichtszeit, gleiche Klasse, gleiche Lehrerin), nur die Wahlpflichtkurse werden neu ausgewürfelt, aber das muss ich mir die Tage mal in Ruhe anschauen. Cornelia wurde nach ihrem Einstufungstest übrigens aufs gleiche Niveau einsortiert wie ich, kommt aber (wenn es dabei bleibt) nicht in meine Klasse, sondern darf sich von 8:00 bis 10:00 mit Chinesisch vergnügen. Wäre aber gelacht, wenn wir nicht zumindest ein paar der Wahlpflichtsachen gemeinsam belegen können, schaun mer mal.

Nun aber, um dem Titel dieses Eintrags endlich Sinn zu geben, komme ich zu dem wovon ich eigentlich berichten wollte: Urlaub! Um genau zu sein, die Tour an die Ostküste, die Cornelia und ich in der letzten Woche unternommen haben. Da wir dabei so viel erlebt, gesehen, und photographiert haben, war die Wahl entweder einen extreeeeeem langen Eintrag zu machen, oder mehrere sehr lange. Die Wahl ist auf letzteres gefallen, weswegen ich in den nächsten Tagen weitere Berichte nachschieben werde, also dranbleiben!

Zunächst mal wurde am Mittwochabend der Zug in Richtung Hauptstadt, Tai Bei, bestiegen (Anmerkung: Ich versuche mal ab sofort die "offiziell" korrekte Umschrift für die Ortsnamen etc. zu benutzen, bitte nicht verwirren lassen), wo aber nicht wesentlich mehr gemacht wurde, als im besten Hostel der Welt einzuchecken, dem TaiwanMex. Warum ist es das Beste? Nun ja, z.B. sind die Duschen auf der Terrasse, d.h. man kann schon mal den morgendlichen Sonnenschein und den Ausblick genießen.




Nach dem Aufstehen ging es aber relativ zügig weiter nach Rui Fang, einem kleineren Ort östlich von Tai Bei, der uns als Ausgangspunkt für den weiteren Tag dienen sollte. Allerdings hätten wir schon skeptisch werden sollen, als uns die Dame vom örtlichen Saftstand eine kryptische Warnung mit auf den Weg gab, als wir ihr sagten, dass wir zum Wasserfall von Shi Fen wollten... haben wir leider dank (noch) mangelnder Sprachkenntnisse nicht verstanden.

In Shi Fen angekommen stellte sich dann heraus, wovor sie uns warnen wollte: Der erste, kleinere Wasserfall war noch problemlos zu erreichen...



...der Zugang zum eigentlichen Ziel (immerhin der breiteste Wasserfall Taiwans) war aber astrein mit Stacheldraht versperrt. Wie uns gesagt wurde, ist wegen Streitigkeiten zwischen Regierung und örtlicher Bevölkerung der Weg zum Wasserfall bis auf weiteres gesperrt, mehr als dieses schräge Bild durch die Absperrung war nicht drin. Doof.



Aber wir ließen uns natürlich nicht beirren und sind weitergefahren nach Jing Tong, wo wir erstmal Mittag gemacht haben. Lustigerweise wurde in der Nudelbude, wo wir gegessen haben, gerade eine Szene für einen Film gedreht, d.h. es könnte durchaus passieren, dass wir demnächst als Hintergrundgestalten in irgendeiner taiwanischen Fernsehproduktion auftauchen :D



Trotz unseres neuen Ruhms haben wir und aber aufgemacht in Richtung des nächsten Wanderwegs, der laut Reiseführer in zwei Stunden locker zu schaffen wäre und sogar einen Ausblick bis nach Tai Bei erlauben sollte. Das ließ sich anfangs noch locker angehen, doch irgendwann wurde der Weg immer steiler...



...und wir fanden schlammgefüllte Höhlen vor...



...und irgendwann ging es fast nur noch auf allen Vieren weiter, weil es so steil und unzugänglich war, und dann stießen wir auf so ziemlich das Ungewöhnlichste, was man erwarten konnte: Ein Motorrad lag einfach so da, fast auf dem Gipfel. Angesichts der Beschaffenheit des Weges gibt es keine auch nur annähernd logische Erklärung, wie es da hingekommen sein könnte, denn selbst wenn ein Taiwanese so verrückt gewesen wäre eine Fahrt nach oben zu versuchen, es wäre einfach physikalisch UNMÖGLICH. Wir haben uns dann darauf verständigt, dass das Ding wahrscheinlich mit einem Hubschrauber transportiert wurde und dort abgestürzt sein muss.



Aber wir waren dann ja auch oben und wurden für unsere Mühen mit einem tollen Ausblick belohnt.



Trotzdem war zu diesem Zeitpunkt schon etwas Druck da, zumindest vor Sonnenuntergang aus dem Wald rauszukommen, also ging es immer weiter, auf einem Weg der gefühlt immer noch mehr bergauf auf bergab ging, bis wir schließlich gerade noch rechtzeitig eine Straße erreichten.



Ein flugs angehaltener Motorradfahrer wurde dann gefragt, auf welchem Weg wir zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung kämen, und trotz seiner Warnung, dass es sehr weit wäre (zumindest glauben wir, dass er das gesagt hat) machten wir uns in einbrechender Dunkelheit auf den Weg entlang der Straße ins Tal. Dieser Weg stellte sich aber als nahezu endlos heraus, und als es schon lange finster war und die Hoffnung schwand, nochmal Menschen zu begegnen, stießen wir tatsächlich auf einen Ort: Ping Xi. Die Freude war groß, denn wir wussten, dass der Zug, den wir eigentlich nehmen wollten auch hier hielt (wir hatten quasi zu Fuß eine Haltestelle übersprungen), und wir fragten auch gleich die örtliche Bevölkerung nach dem Bahnhof. Doch wir bekamen nicht nur Antwort auf diese Frage, nein, der Abend wendete sich vollständig zum Guten, denn im Ort war gerade so eine Art Dorffest angesagt, auf dem die Ausländer, die aus der Dunkelheit kamen, flugs zu Ehrengästen erklärt wurden. So gab es Speis und Trank umsonst und soviel wir wollten...



...und wir durften danach sogar noch eine Himmelslaterne steigen lassen, so eine Art Ballon, versehen mit guten Wünschen an die Götter. Diese Laternen haben in der Region eine lange Tradition, und wir haben auf unserer natürlich den Dorfbewohnern alles Gute gewünscht, die uns an diesem Abend mit ihrer Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit schwer in Verlegenheit gebracht haben. Wieder ein Grund mehr, dieses Land und seine Bewohner zu lieben.





Danach haben wir uns aber tatsächlich auf den Weg gemacht nach Fu Long, dem nächsten Etappenziel, wo wir recht bald das Hotelbett aufsuchten. Es war ein aufregender Tag, und es sollte nicht der einzige bleiben, aber für heute ist erstmal genug erzählt. Der nächste Eintrag wird die Geschichten von der Ostküste fortführen...

Samstag, 13. Dezember 2008

Ferienzeit

Es ist schon komisch, aber der Blick in den Kühlschrank fasziniert mich immer wieder aufs Neue: Wir haben anständiges deutsches Schwarzbrot! Und Weihnachtsplätzchen! Danke Cornelia, und auch danke für das Aushalten meiner hin und wieder recht eigentümlich-nachdenklichen Stimmung, ich weiß es ist manchmal nicht leicht mit mir.

Ansonsten ist im Moment wenig Programm angesagt, nachdem Cornelia ihren Einstufungstest (mit bislang unbekanntem Ergebnis) hinter sich gebracht hat, steht jetzt bis Weihnachten wenig an, weswegen die tapferen Ausländer, die über die Feiertage hierbleiben, die Zeit mit Bowling, Essen gehen und Einkaufen verbringen. Infolgedessen reift langsam die Überlegung, zumindest für ein paar Tage wegzufahren (d.h. raus aus Tainan), zumal das Wetter mit ca. 30 Grad tagsüber wieder gut ist und mein Knie inzwischen moderate Belastungen aushalten sollte. Schaun mer mal.

Übrigens führt die liebe Cornelia auch ein Tagebuch, das ich wärmstens empfehlen kann, auch um meine Aussagen hier auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu prüfen.

Dienstag, 9. Dezember 2008

Herzlich Willkommen!

Es ist mitten in der Nacht, aber das will schnell mal gesagt sein:



Cornelia ist da! Und dank meines enorm verbesserten Fitnesszustandes konnte ich sie sogar in Taipei abholen... Ganz eigennützig freue ich mich über die exzellente Gesellschaft für die nächsten Wochen und Monate, und ich hoffe meine Qualitäten als Mitbewohner lassen nicht zu sehr zu wünschen übrig...

Montag, 8. Dezember 2008

Essen, Essen, Essen

Woran merkt man, dass Ferien sind? Richtig, ich habe viel Zeit, um was zu schreiben ;) Zum Beispiel über das vergangene Wochenende, das überaus nahrhaft war. So gab es auf der kleinen Zusammenkunft bei Sander und Maria am Samstag Essen aus allen Ländern, die in unserer Klasse vertreten sind (außer Deutschland, ich habe das Bier mitgebracht), und selbst als sich gegen 3:00 die letzten auf den Heimweg machten war längst noch nicht alles vernichtet.



Bei der Gelegenheit wurde auch Marias Geburtstag vorgefeiert, mit einem äußerst merkwürdig aussehenden Kuchen, nichtsdestotrotz lecker.



Das wird sicher bald mal wiederholt werden. Aber als ob es nicht genug gewesen wäre, stand Sonntag ja auch noch die Hochzeit von Herb und Amy an, irgendwo zwischen Kaohsiung und Tainan, so dass ich meinen treuen Roller auch mal über längere Distanz testen konnte. Von der eigentlichen Zeremonie gab es zwar nix zu sehen (die bestand gerüchteweise nur aus dem leisten einer Unterschrift), dafür gab es Essen, stundenlang, in wirrer Reihenfolge (z.B. einfach mal Pudding zwischen Suppe und Fleisch), aber das stört ja niemanden. Zwischendurch gab es lediglich ein paar kurze Unterbrechungen, um einer Rede zu lauschen, dann wurde weitergegessen.



Am späten Nachmittag machte sich das glückliche Paar dann auf in Richtung Flughafen bzw. Malediven...



...und ich bin klugerweise Ericks Rat gefolgt (bzw. ich bin ihm auf seinem Roller gefolgt), so dass ich auf dem Rückweg statt des strunzlangweiligen Freeway nach Tainan die Küstenstraße mitsamt Sonnenuntergang genießen konnte. Ist doch nicht schlecht, Leute zu kennen, die schon etwas länger hier sind.



Übrigens, mein Gesundheitszustand bessert sich täglich, laufen klappt inzwischen schon wieder ganz ordentlich, weswegen ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach morgen in Richtung Flughafen aufmachen werde, um meinen langerwarteten Gast in Empfang zu nehmen...

Samstag, 6. Dezember 2008

Nikolaus

Wow, zwei Einträge in zwei Tagen, was mag da passiert sein? Nun, nicht viel seit gestern, z.B. habe ich am heutigen Nikolaustag nichts Süßes im Stiefel gehabt, das war aber auch keine Überraschung. Dafür habe ich beim Aufräumen des lange vernachlässigten Gästezimmers eine hübsche Entdeckung gemacht:



Und damit es noch weihnachtlicher wird, hat meine (auch so schon sehr coole) Plüschratte heute ihre Transformation zur Weihnachtsratte vollzogen. Gut, dass ich dran gedacht habe, nicht nur meine Klamotten einzupacken:



Die Feiertage können kommen, würde ich sagen.

Freitag, 5. Dezember 2008

All good things...

Lange Zeit nichts mehr geschrieben, obwohl es eigentlich genug zu berichten gegeben hätte... Aber irgendwie fiel es mir schwer, in den letzten Tagen meine Gedanken zusammenzukratzen, und das aus verschiedenen Gründen.

Zunächst mal: Charlotte ist weg. Auf dem Weg zu ihrer Familie, auf dem Weg zurück nach Deutschland, und das macht mich traurig. Es war eine merkwürdige, lustige, lehrreiche, schmerzhafte und wunderschöne Zeit. Danke für die Tage, Wochen und Monate, die ich hier mit dir verbringen durfte, ich werde dich vermissen! Und ich hoffe, wir sehen uns eines Tages wieder, wenn wir beide ein Stück weiter sind auf unserem Weg. Die richtige Richtung kennen wir ja jetzt :)

Aber da ich ihr versprochen habe, nicht zuviel über sie zu schreiben, und da das Leben ja trotzdem weitergehen muss, jetzt noch ein paar weitere Dinge von Interesse, in wirrer Reihenfolge:

1. Das Semester ist beendet! Das bedeutet einerseits, dass manche Leute sich auf den Heimweg machen (siehe oben), andererseits hieß es auch, dass die Abschlussprüfungen in dieser Woche anstanden. Ich denke, ich habe mich dabei auch ganz ordentlich geschlagen, mit 91% im schriftlichen Teil und 86% im mündlichen, obwohl ich statt der verlangten 8 Minuten Redezeit nur so schlappe 2 Minuten hingekriegt habe. Ich war halt ziemlich schlampig mit der Vorbereitung (weil abgelenkt), aber unsere Lehrerin ist einfach die Beste, auch beim bewerten ;) An dieser Stelle übrigens auch endlich mal ein vollständiges Bild unserer Klasse, die es in dieser Form nicht mehr geben wird leider. Von links oben nach rechts unten: Taizi, Ola, Bridget, Kim (die am Tag dieser Aufnahme Geburtstag hatte), Maria, Ana, Shen Xün, An Lu, Adriana, Misa, Fang Bei (der Lehrkörper), und... ich.



Während es die japanischen Mädels nach diesem Semester nach Hause zieht, wird Kim uns verlassen, weil sie viel zu gut ist für unsere Anfängerklasse und einfach mal in die nächsthöhere Stufe wechselt. Schade, aber verdient allemal, und man wird sich ja trotzdem noch oft genug sehen, um wechselseitig über Deutschland und die USA zu lästern.

2. Ein weiterer, diesmal unerfreulicher Grund zur Ablenkung: Einen Tag vor meiner Abschlussklausur konnte ich das Fußballspielen natürlich nicht sein lassen, und dummerweise kam es so, dass ich mir das Knie verdreht habe. Ohne Fremdeinwirkung, wie man im Fußballreporter-Jargon sagen würde, aber trotzdem äußerst schmerzhaft und ärgerlich. Ob es ein Bänderriss oder nur eine Dehnung ist kann man noch nicht sagen (weil immer noch geschwollen), aber es fühlt sich schon wesentlich besser an als vor zwei Tagen, deswegen gehe ich mal vom besten Fall aus. Die Krücken stehen aber immer noch in Griffweite, im Moment ist Schonung angesagt. Das führt übrigens auch zum nächsten Punkt...

3. Mein Roller, endlich bezahlt, zugelassen und einsatzbereit:



Durch meine Verletzung hat sich auch praktischerweise die Frage erledigt, ob so eine Anschaffung sinnvoll ist, an Fahrradfahren ist im Moment natürlich nicht zu denken :) Und auch abgesehen davon muss ich meinen Vermieter deswegen nicht mehr behelligen, ich stehe ohnehin schon viel zu tief in seiner Schuld...

Ansonsten wird der Roller dieses Wochenende auch noch öfters zum Einsatz kommen, zum einen steht eine kleine private Semesterabschlussfeier bei Maria und Sander an, zum anderen bin ich auf Herbs Hochzeit am Sonntag eingeladen. Für Ablenkung ist also gesorgt.

Und dann kommt ja, last but not least, auch noch Cornelia nächste Woche hier an. Darauf freue ich mich, genauso wie auf knapp drei Wochen Ferien jetzt und das nächste Semester. Vielleicht wird es ja genauso spannend und intensiv wie das vergangene.