Dienstag, 25. November 2008

Witze mit Bart

Heute hat es geregnet. Und ich bin alt. Wie steht das im Zusammenhang? Nun, nach Betrachtung des Sauwetters heute morgen beschloss ich, die übliche Fahrt zur Uni durch einen Spaziergang zur Uni zu ersetzen, ausgestattet mit meinem vortrefflichen Alte-Leute-Schirm, den ich mir (wenn mich mein löchriges Gedächtnis nicht täuscht) während des Taifuns in Taipei gekauft hatte. Da es nachmittags zum Glück nicht mehr regnete, konnte der Schirm endlich sein volles Potenzial entfalten, zum einen als Krückstock, zum anderen um auf Bänken sitzend diese unmöglichen jungen Leute zurechtzuweisen. Das wird ein Spaß, wenn ich mal wirklich alt bin.

Wie mir aber immer wieder bestätigt wird sehe ich wirklich älter aus als ich müsste, was an meinem inzwischen liebgewonnenen Bart liegt, den ich mehr oder weniger hingebungsvoll pflege. Gerüchte, dass ich damit nur meinem Lieblingsphysiker ähnlicher sehen will, sind natürlich frei erfunden:



(Meine LieblingsphysikerIN bleibt natürlich immer noch Jana...)

Die wahre Motivation ist, dass ich hoffe bei der nächsten Runde von Microsoft-Werbespots endlich auch eine tragende Rolle zu spielen. Ein Bart scheint da ja Qualifikation genug zu sein.

Donnerstag, 20. November 2008

Frohe Weihnachten!

Nein, es ist noch nicht Weihnachten, aber man kann sich des Eindrucks nicht erwehren. Zum einen werden hier auch schon die Bäume aufgestellt und der übliche Krimskrams verkauft (alles noch einen Tick schriller und kitschiger als in Deutschland, würde ich sagen), zum anderen fühlt sich das Wetter langsam wirklich winterlich an. Ok, 17 Grad wären vielleicht für einen DEUTSCHEN Winter rekordverdächtig, aber nach dem sehr langen und sehr heißen Sommer fühlt es sich hier gerade an, als würde es gleich anfangen zu schneien. Nicht umsonst sind Schal und Mütze auf der Straße schwer angesagt, und ich muss wohl demnächst kleidungstechnisch auch noch mal nachrüsten...

Weihnachtszeit bedeutet aber auch Geschenkezeit, und so bin ich diese Woche tatsächlich in den Genuss eines echten deutschen Christstollens gekommen, der zwar eigentlich nicht für mich gedacht war, aber netterweise mit mir geteilt wurde (Ich weiß, ich bedanke mich zu oft. Trotzdem danke, Charlotte!). Den Vogel abgeschossen hat aber wieder mal mein Vermieter:



Nein, das ist nicht mein Roller, es ist seiner. Er hat mir aber einfach den Schlüssel in die Hand gedrückt und gemeint, ich könnte ihn nehmen wann immer ich ihn bräuchte, zumindest bis ich demnächst vielleicht meinen eigenen habe. Das Angebot ist eigentlich schon zu verlockend, und ich werde mich bemühen es nicht zu heftig auszunutzen. Aber nachdem ich am Wochenende damit ein bisschen durch die Stadt geras...ääh gebummelt bin muss ich sagen: Das macht schon verdammt viel Spaß. Haben wollen!

Zum Schluss dieses kleinen, nichtsdestotrotz feinen Eintrags eine Frage ins Publikum: Kennt irgendjemand Eamonn Keogh? Nein? Muss man auch nicht. Dieser Mensch ist in der breiten Öffentlichkeit unbekannt, er ist aber eine Koryphäe auf dem Gebiet auf dem ich auch forsche bzw. für meine Promotion forschen will, mit unzähligen bedeutenden Veröffentlichungen. Und er hat mir heute eine Mail geschrieben. Anscheinend hat er irgendwoher dass, was ich bis jetzt so gemacht habe zu lesen bekommen, und er hat mir einfach mal unaufgefordert ein paar seiner Ergebnisse und Daten geschickt, "zum rumspielen". Ich würde nicht von einem Ritterschlag sprechen (soviel Selbstlob ist sogar mir fremd), aber es fühlt sich schon irgendwie gut an :)

Freitag, 14. November 2008

No Sports

Aus diversen Gründen bin ich momentan in etwas nachdenklicher Stimmung, aber da ich gerade etwas Zeit zur Verfügung habe, will ich trotzdem meiner Chronistenpflicht nachkommen. Vielleicht etwas unlustiger als sonst, sorry.

Zunächst mal stand am Dienstag (11.11.) der lang erwartete Sport-Tag ins Haus, dabei war aber zumindest von meiner Seite wenig Sport angesagt. Im Wesentlichen traf man sich so gegen 8:00 morgens (unmenschlich früh also), um das versprochene Gratis-T-Shirt und seine Landesflagge abzuholen, danach gings ab auf den Sportplatz der Universität, um zusammen mit den ganzen anderen Studenten gemütlich eine halbe Stadionrunde zu spazieren. Dabei wurde fleißig dem Volk zugewunken, aber das wars dann auch schon an Aktivität für den Tag.

Nichtsdestotrotz haben wohl die meisten ihre 15 Minuten Ruhm genossen, z.B. Maria, mit erschreckend großer, selbst mitgebrachter Estland-Flagge...



...ebenso wie Udayan, einsamer Repräsentant von Indien.



Hier die komplette Fraktion aus Deutschland, also Charlotte und ich. Nicht, dass es nicht noch andere Deutsche hier gäbe, aber die sind wohl lieber im Bett geblieben. Man beachte übrigens auch die fantastischen T-Shirts, dezent in grau-schwarz gehalten.



Nachdem der offizielle Teil beendet war, fand sich dann noch etwas Zeit für Frühstück und anschließendes Rumbummeln, schließlich gab es noch so eine Art Jahrmarkt mit Essen, Folklore und Krimskrams aus diversen Ländern, hier z.B. Musik und Tanz aus Panama.



Eigentlich eine ganz nette Sache, und ein Tag ohne Unterricht ist ja ohnehin immer gerne genommen. Aber auch wenn man dann doch wieder im Klassenraum sitzt gibt es ab und zu unerwartete Höhepunkte, z.B. die Verleihung der Urkunde für den zweiten Platz im Sprachwettbewerb. Vom Halten einer Dankesrede konnte ich gerade noch abgehalten werden.



Ansonsten bin ich immer wieder fasziniert von meinem wundertätigen Vermieter. So habe ich ihn heute gefragt, was man denn hier im Winter gegen die Kälte machen kann, und die mobile Heizung war dann eine Viertelstunde später bei mir in der Wohnung. Da meine finanzielle Lage außerdem passabel bis gut ist, mache ich mir jetzt auch ernsthaft Gedanken über die überfällige Anschaffung eines Rollers, und wie sollte es anders sein, ein guter Freund von ihm besitzt einen entsprechenden Laden und könnte mir vielleicht ein Angebot machen. Erstaunlich, wie sich hier fast immer alles von selbst erledigt.

Zu guter Letzt, noch eine äußerst erfreuliche Nachricht, und da das Flugticket schon gebucht ist gehe ich einfach mal davon aus, dass nichts mehr dazwischenkommt: Der Preis für den ersten Besucher aus Deutschland geht aller Wahrscheinlichkeit nach an Cornelia, die vor zwei Jahren bei meinem ersten Abenteuer in Taiwan schon dabei war und nun im Wintersemester ebenfalls hier an mein Sprachzentrum kommt, um ihr Chinesisch aufzupolieren. Sieht so aus, als käme mein Gästezimmer doch noch zu einer sinnvollen Verwendung, und ich könnte mir kaum eine bessere Mitbewohnerin wünschen. Ich freue mich auf dich!

Montag, 10. November 2008

Turniere sind die Highlights im Leben eines jeden Fußballers

Die Knochen schmerzen noch, die Müdigkeit ist erdrückend, und eine Erkältung könnte kommen, kommt aber hoffentlich nicht, wenn die Heißwasser-und-Chinesisches-Sirup-Therapie wirkt, die mir verordnet wurde (Danke schon wieder, Charlotte). Trotz allem, ein kurzer Erfahrungsbericht vom Wochenende.

Zunächst mal wurde der Freitag zur standesgemäßen Vorbereitung genutzt, sprich Bowling und Bier. Sicher nicht optimal, aber immerhin konnte ich meine Lehrerin mal betrunken erleben, dafür allein hat es sich schon gelohnt.



Samstag ging es dann relativ zeitig los, mit nur einer knappen Stunde Verspätung, und mit allen an Bord die Laufen konnten, denn dank der kurzfristigen Absage einer anderen Mannschaft konnten wir tatsächlich mit drei Teams antreten: Tainan Phoenix, der ersten Mannschaft, die aus Ex-Profis und verkannten Supertalenten besteht, sowie Tainan Red Star und T3, die sich aus dem Rest zusammensetzen. "T3" steht übrigens wahlweise für Team 3, Tainan 3, oder (meine Lieblingsvariante) Terminator 3 :) T3 war auch mein Team fürs Wochenende, und zu meiner eigenen Überraschung habe ich, um es vorwegzunehmen, tatsächlich das Turnier komplett durchgespielt, was die schmerzenden Knochen erklären konnte...

Der Modus für das Turnier im Schnelldurchlauf: 3 Gruppen mit je 6 Mannschaften, die 3 Erstplatzierten plus der beste Zweite gingen ins Halbfinale. Spielzeit 22 Minuten, logischerweise 5 Vorrundenspiele so dass die Gesamtspielzeit für die Gruppenphase von 110 Minuten schon fast im Profibereich lag ;)

Da ich leider dank des konfusen Spielplans die Partien unserer anderen Teams zunächst nur am Rande verfolgen konnte, hier zumindest kurze Spielberichte der T3:

Samstag, 12:15, T3 vs. Taipei Carnegies 0-1

Unglücklich früh in Rückstand geraten, dann nie genügend Druck nach vorne entwickelt, blöder Auftakt.

Samstag, 14:20, T3 vs. Kaohsiung Pacer Old Boys 1-1

Wieder ein früher Rückstand, aber diesmal ein wesentlich besseres Spiel von uns, das mit dem Ausgleich in der letzten Minute belohnt wurde. Und nicht irgendwie, sondern nach einhelliger Meinung mit dem Tor des Turniers: Ein 30-Meter-Geschoss von Tom genau in den Winkel. Herrlich, und gut für die Moral.

Samstag, 15:35, T3 vs. Tainan Red Star 0-0

Unser heimliches Highlight, ein Trainingsspiel unter Turnierbedingungen, der Auslosung sei Dank. Das Spiel selbst war dann äußerst intensiv, aber irgendwie wollte keinem ein Tor gelingen, also blieb es beim Unentschieden, das niemandem weitergeholfen hat.

An dieser Stelle war dann Schluss für den Samstag, und nach einem Zwischenstop im Hotel zum Duschen und Umziehen wurde der glorreiche Plan ins Auge gefasst, die Partie ManU vs. Arsenal irgendwo in einer Bar in Kaohsiung zu schauen. Nach endlosen Taxifahrten und mehreren Stops bei äußerst ungeeigneten Läden hatte man das Spiel dann komplett verpasst, und die beste Idee des Abends war einfach beim 7-11 Bier zu holen und die anderen Spiele (Hull vs. Bolton, West Ham vs. Everton) am Hotelfernseher zu schauen. Warum nicht gleich so?

Am nächsten Tag ging es dann aber mit Selberspielen weiter:

Sonntag, 11:00, T3 vs. Taichung Teletubbies 0-3

Ein kurioses Spiel, in dem wir lange richtig Dampf gemacht haben, nur um dann in 5 Minuten 3 Tore zu bekommen. Teils unglücklich, teils dumm, in jedem Fall unnötig. Damit waren wir zu diesem Zeitpunkt schon ausgeschieden.

Sonntag, 13:05, T3 vs. Kaohsiung Massive 0-4

Ok, Ehre und Moral hin oder her, wir waren schon raus und Massive brauchten einen hohen Sieg um weiterzukommen, dementsprechend wollten die uns von Anfang an überrennen. Nach ein paar Minuten Widerstand ein (berechtigter) Elfmeter gegen uns, und dann brachen alle Dämme. Schwamm drüber.

Zumindest hatte das Ausscheiden den Vorteil, dass man endlich ins Trockene konnte, denn während des gesamten Turniers gab es starken bis heftigen Regen, dazu Wind und nur noch knapp 20 Grad. Unangenehm und erkältungsfördernd, und die niedrigen Temperaturen scheinen sich jetzt auch zu stabilisieren, es ist Jackenwetter in Taiwan.

Aber zurück zum Wesentlichen: Red Star war auch nach der Vorrunde raus, wenn auch weniger deutlich, dafür konnte sich Phoenix ohne größere Probleme ins Halbfinale spielen. Dort gab es dann ein 4-0 gegen Taipei Black Star, trotz überharten Spiels und mehreren Tätlichkeiten gegen uns, die allesamt nicht geahndet wurden. Wenn jemand eine Faust ins Gesicht bekommt darf man schon mal Rot zeigen, Schiri!

Im Finale dann gab es wirklich fantastischen Fußball, und einen 2-1 Sieg über die Taipei Animals. Was soll man sagen, wir haben das Ding tatsächlich gewonnen, auch wenn ich herzlich wenig dazu beigetragen habe. Nichtsdestotrotz, mein Team bleibt mein Team, also Vorhang auf für Tainan Phoenix FC, Sieger des Kaohsiung Fall Cup 2008:



Captain Nis nimmt den Pokal entgegen, so bescheiden wie möglich.



Der Rest war Jubel, hier schon zurück in Tainan, mit Sam und Pokal...



...und Micky, der mit 5 Toren in 7 Spielen Torschützenkönig wurde und völlig zu Recht wie besinnungslos tanzte. "There's only one Micky in Taiwan" war das Lied der Stunde.



Ach ja, ich war auch da übrigens. Danke an Danny und Rose für die Bilder!






Was sonst noch? Nun, auf taiwanfootball.com gibt es neben einigen konfusen Infoschnipseln zum Turnier Interviews mit zwei unserer Jungs (Leigh und Eric), und um meine sportlichen Aktivitäten für die Woche abzurunden steht morgen der Uni-Sport-Tag an, weswegen ich schon längst im Bett sein sollte. Also Schluss jetzt.

Donnerstag, 6. November 2008

Rieseneichhörnchen!

Anscheinend wird es langsam zur schlechten Angewohnheit, dass ich selten schreibe, dafür aber umso mehr Krams reinpacke in jeden Eintrag. So auch heute. Danke schonmal an die Tapferen, die bis zum Ende durchhalten :)

Also: Wie vor ein paar Wochen nebulös von mir angekündigt, fand am Samstag die langerwartete zweite Klassenfahrt statt, diesmal nach Chiayi, ein gutes Stück nördlich von Tainan. Dank der unmenschlichen Abfahrtszeit von 7:50 war dann ausnahmsweise auch mal richtig frühes Aufstehen angesagt (ja, ja, ich weiß, andere Leute haben das jeden Tag), und um auch gleich Nägel mit Köpfen zu machen hab ich mir endlich mal den Sonnenaufgang gegönnt, so gegen 6:00. Hübsch, dazu ein bisschen Tai Chi, da geht der Tag gleich gut los.




In Chiayi angekommen hätte man dann ein bisschen irritiert sein können ob unseres Ausflugsziels, aber man ist ja hier in Taiwan, also sollte man auf alles gefasst sein. Die Riesenplastikeichhörnchen haben jedenfalls sicher einen guten Grund, da zu sein wo sie sind, nämlich in einem obskuren Park rund um die einstige Sommerresidenz von Chiang Kai Shek, der hierzulande mal das sagen hatte. Politische Diskussionen spare ich mir mal an dieser Stelle, die Residenz war eigentlich auch der unspektakulärste Teil der Angelegenheit, dafür gab es andere Top-Highlights: Barbecue! Grass Skiing (so eine Art Rodeln, würde ich sagen)! Bogenschießen! Einen Spielplatz, der aussah wie eine Bundeswehr-Hindernisbahn! Aber leider kein Paintball, das war aus organisatorischen Gründen irgendwie nicht möglich... Schade.

Nichtsdestotrotz auch mal wieder ein paar Bilder, diesmal sogar mit Menschen, denn was Kim kann, das kann ich schon lange!!! I guess you're reading this Miss measure-word-for-furniture, so now you're officially a character from my story, too :)

Rieseneichhörnchen!



Noch ein Rieseneichhörnchen! Nein, doch nur Kim.



Sander und Maria, Mr. und Mrs. Estland 2008.



Udayan, der ein bisschen bedröppelt dreinschaut, weil er (vermutlich unabsichtlich) den Kuchen zerstört hat...



...der für Misas Geburtstag bestimmt war. Hat aber trotzdem geschmeckt.



Nicht zu vergessen, Charlotte, beim Grass Skiing und beim Bogenschießen. Dies ist übrigens die hervorragende Person, wegen der ich derzeit wenig Zeit vor dem Computer und mehr Zeit mit sinnvolleren Dinge verbringe. Zum Beispiel damit, stundenlang einfach miteinander zu reden, nur um dann hinterher noch eine Weile zu telefonieren, weil man immer noch was zu bereden hat. Ich weiß, dass du das hier auch liest, also DANKE an dieser Stelle. (Wieder mal mache ich genau das, was du nicht von mir erwartest, stimmts?)





Ich war übrigens auch da, wer hätte das gedacht.





Hier auch im Kletterduell mit Michael Jordan. Jordan ist zwar eigentlich nur sein zweiter Vorname, aber wie cool ist das denn bitte?



Er ist übrigens auch der Gewinner des inoffiziellen Barack-Obama-Ähnlichkeitswettbewerbs. Congratulations, Mr. President!



Zum Schluss des Reiseberichts, noch ein Bild eines Teils meiner Klasse, mit (Trommelwirbel) mir, Taizi, Misa (sorry für die bestimmt 100% falsche Transkription der japanischen Namen), Ana, unserer Lehrerin Fang Bei, Kim und Maria.



Viel zu lesen bis hierhin, oder? Aber es kommt noch mehr. Dranbleiben!

Diese Woche gab es noch ein weiteres kleines Highlight, einen Sprach-Wettbewerb zwischen den Klassen der verschiedenen Stufen. Im Wesentlichen ging es bei uns darum, einen ausgedruckten Dialog unter Zeitdruck in die richtige Reihenfolge zu sortieren und dann unfallfrei vorzutragen. Dank unserer koreanischen Geheimwaffe Shen Xün (der Junge saugt Schriftzeichen auf wie ein Schwamm) hat es immerhin zum zweiten Platz gereicht, wofür es als Belohnung einen Büchergutschein über 100$ gab. Das sind dann ungefähr 2,50€. Yippie!



Was gab es sonst noch? Zum einen steht das Turnier in Kaohsiung unmittelbar vor der Tür, Bus und Hotel sind gebucht, und alle scharren schon unruhig mit den Hufen. Dank einiger organisatorischer Kunstgriffe sieht es derzeit sogar so aus, als könnten wir mit unserem über 40 Mann starken Kader gleich drei Teams ins Rennen schicken. Womit dann Gold, Silber und Bronze allesamt nach Tainan gehen dürften, das wird eine Gaudi.

Zum anderen habe ich gerade heute abend noch ein persönliches Highlight erleben dürfen. Da ich meine Brille inzwischen kaum noch trage (ich brauche sie ja nicht wirklich, außer als Schutzschild gegen die Außenwelt) landet sie meistens in der Tasche, was ihr nicht gerade gut bekommen ist, sprich: Bügel kaputt. Die Reparatur beim örtlichen Optiker war fix gemacht, aber wie der Zufall so wollte kam ich als Ausländer gerade recht, um zu klären, was eigentlich "Rechnung" auf Englisch heißt, was wohl gerade bei einem anderen Kunden akut war. Erst hinterher wurde mir dann klar, dass ich diese nicht-triviale Frage (auf Chinesisch!) komplett verstanden habe, ohne Nachdenken. Aus dem doofen Ausländer, der kein Chinesisch kann, wird langsam ein doofer Ausländer, der ein bisschen Chinesisch kann. Yeah!

Für die Leser, die des Chinesischen mächtig sind, hier die Frage im Wortlaut:

你買東西,我給你這個.英文說什麼?
Ni mai dong xi, wo gei ni zhe ge. Ying wen shuo shen me?
Wenn du etwas kaufst, gebe ich dir das hier. Wie nennt man das auf Englisch?

Ok, nicht spektakulär, aber für mich schon bemerkenswert. Bezahlen musste ich dann für die Reparatur übrigens auch nicht mehr, aber so ist das hier einfach mit der Freundlichkeit. Ich liebe dieses Land.

Mittwoch, 5. November 2008

Politik

Ok, ich war am Wochenende auf Klassenfahrt, darüber werde ich noch berichten. Zum Turnier, das am kommenden Wochenende ansteht, könnte ich auch was sagen. Da ich aber gerade müde bin und unter die Dusche muss, nur soviel:

Herzlichen Glückwunsch an die Vereinigten Staaten, ich glaube, dass der richtige Mann gewonnen hat. Wenn sogar hier in Taiwan Menschen aus aller Herren Länder sich dermaßen einig sind, dass das die Wende zum Besseren ist, dann gibt mir das Hoffnung für die Zukunft.

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Congratulations USA, I believe the right man has won. When even here in Taiwan people from all over the world agree that this is the change for the better, it gives me hope for the future.