Donnerstag, 6. November 2008

Rieseneichhörnchen!

Anscheinend wird es langsam zur schlechten Angewohnheit, dass ich selten schreibe, dafür aber umso mehr Krams reinpacke in jeden Eintrag. So auch heute. Danke schonmal an die Tapferen, die bis zum Ende durchhalten :)

Also: Wie vor ein paar Wochen nebulös von mir angekündigt, fand am Samstag die langerwartete zweite Klassenfahrt statt, diesmal nach Chiayi, ein gutes Stück nördlich von Tainan. Dank der unmenschlichen Abfahrtszeit von 7:50 war dann ausnahmsweise auch mal richtig frühes Aufstehen angesagt (ja, ja, ich weiß, andere Leute haben das jeden Tag), und um auch gleich Nägel mit Köpfen zu machen hab ich mir endlich mal den Sonnenaufgang gegönnt, so gegen 6:00. Hübsch, dazu ein bisschen Tai Chi, da geht der Tag gleich gut los.




In Chiayi angekommen hätte man dann ein bisschen irritiert sein können ob unseres Ausflugsziels, aber man ist ja hier in Taiwan, also sollte man auf alles gefasst sein. Die Riesenplastikeichhörnchen haben jedenfalls sicher einen guten Grund, da zu sein wo sie sind, nämlich in einem obskuren Park rund um die einstige Sommerresidenz von Chiang Kai Shek, der hierzulande mal das sagen hatte. Politische Diskussionen spare ich mir mal an dieser Stelle, die Residenz war eigentlich auch der unspektakulärste Teil der Angelegenheit, dafür gab es andere Top-Highlights: Barbecue! Grass Skiing (so eine Art Rodeln, würde ich sagen)! Bogenschießen! Einen Spielplatz, der aussah wie eine Bundeswehr-Hindernisbahn! Aber leider kein Paintball, das war aus organisatorischen Gründen irgendwie nicht möglich... Schade.

Nichtsdestotrotz auch mal wieder ein paar Bilder, diesmal sogar mit Menschen, denn was Kim kann, das kann ich schon lange!!! I guess you're reading this Miss measure-word-for-furniture, so now you're officially a character from my story, too :)

Rieseneichhörnchen!



Noch ein Rieseneichhörnchen! Nein, doch nur Kim.



Sander und Maria, Mr. und Mrs. Estland 2008.



Udayan, der ein bisschen bedröppelt dreinschaut, weil er (vermutlich unabsichtlich) den Kuchen zerstört hat...



...der für Misas Geburtstag bestimmt war. Hat aber trotzdem geschmeckt.



Nicht zu vergessen, Charlotte, beim Grass Skiing und beim Bogenschießen. Dies ist übrigens die hervorragende Person, wegen der ich derzeit wenig Zeit vor dem Computer und mehr Zeit mit sinnvolleren Dinge verbringe. Zum Beispiel damit, stundenlang einfach miteinander zu reden, nur um dann hinterher noch eine Weile zu telefonieren, weil man immer noch was zu bereden hat. Ich weiß, dass du das hier auch liest, also DANKE an dieser Stelle. (Wieder mal mache ich genau das, was du nicht von mir erwartest, stimmts?)





Ich war übrigens auch da, wer hätte das gedacht.





Hier auch im Kletterduell mit Michael Jordan. Jordan ist zwar eigentlich nur sein zweiter Vorname, aber wie cool ist das denn bitte?



Er ist übrigens auch der Gewinner des inoffiziellen Barack-Obama-Ähnlichkeitswettbewerbs. Congratulations, Mr. President!



Zum Schluss des Reiseberichts, noch ein Bild eines Teils meiner Klasse, mit (Trommelwirbel) mir, Taizi, Misa (sorry für die bestimmt 100% falsche Transkription der japanischen Namen), Ana, unserer Lehrerin Fang Bei, Kim und Maria.



Viel zu lesen bis hierhin, oder? Aber es kommt noch mehr. Dranbleiben!

Diese Woche gab es noch ein weiteres kleines Highlight, einen Sprach-Wettbewerb zwischen den Klassen der verschiedenen Stufen. Im Wesentlichen ging es bei uns darum, einen ausgedruckten Dialog unter Zeitdruck in die richtige Reihenfolge zu sortieren und dann unfallfrei vorzutragen. Dank unserer koreanischen Geheimwaffe Shen Xün (der Junge saugt Schriftzeichen auf wie ein Schwamm) hat es immerhin zum zweiten Platz gereicht, wofür es als Belohnung einen Büchergutschein über 100$ gab. Das sind dann ungefähr 2,50€. Yippie!



Was gab es sonst noch? Zum einen steht das Turnier in Kaohsiung unmittelbar vor der Tür, Bus und Hotel sind gebucht, und alle scharren schon unruhig mit den Hufen. Dank einiger organisatorischer Kunstgriffe sieht es derzeit sogar so aus, als könnten wir mit unserem über 40 Mann starken Kader gleich drei Teams ins Rennen schicken. Womit dann Gold, Silber und Bronze allesamt nach Tainan gehen dürften, das wird eine Gaudi.

Zum anderen habe ich gerade heute abend noch ein persönliches Highlight erleben dürfen. Da ich meine Brille inzwischen kaum noch trage (ich brauche sie ja nicht wirklich, außer als Schutzschild gegen die Außenwelt) landet sie meistens in der Tasche, was ihr nicht gerade gut bekommen ist, sprich: Bügel kaputt. Die Reparatur beim örtlichen Optiker war fix gemacht, aber wie der Zufall so wollte kam ich als Ausländer gerade recht, um zu klären, was eigentlich "Rechnung" auf Englisch heißt, was wohl gerade bei einem anderen Kunden akut war. Erst hinterher wurde mir dann klar, dass ich diese nicht-triviale Frage (auf Chinesisch!) komplett verstanden habe, ohne Nachdenken. Aus dem doofen Ausländer, der kein Chinesisch kann, wird langsam ein doofer Ausländer, der ein bisschen Chinesisch kann. Yeah!

Für die Leser, die des Chinesischen mächtig sind, hier die Frage im Wortlaut:

你買東西,我給你這個.英文說什麼?
Ni mai dong xi, wo gei ni zhe ge. Ying wen shuo shen me?
Wenn du etwas kaufst, gebe ich dir das hier. Wie nennt man das auf Englisch?

Ok, nicht spektakulär, aber für mich schon bemerkenswert. Bezahlen musste ich dann für die Reparatur übrigens auch nicht mehr, aber so ist das hier einfach mit der Freundlichkeit. Ich liebe dieses Land.