Freitag, 14. November 2008

No Sports

Aus diversen Gründen bin ich momentan in etwas nachdenklicher Stimmung, aber da ich gerade etwas Zeit zur Verfügung habe, will ich trotzdem meiner Chronistenpflicht nachkommen. Vielleicht etwas unlustiger als sonst, sorry.

Zunächst mal stand am Dienstag (11.11.) der lang erwartete Sport-Tag ins Haus, dabei war aber zumindest von meiner Seite wenig Sport angesagt. Im Wesentlichen traf man sich so gegen 8:00 morgens (unmenschlich früh also), um das versprochene Gratis-T-Shirt und seine Landesflagge abzuholen, danach gings ab auf den Sportplatz der Universität, um zusammen mit den ganzen anderen Studenten gemütlich eine halbe Stadionrunde zu spazieren. Dabei wurde fleißig dem Volk zugewunken, aber das wars dann auch schon an Aktivität für den Tag.

Nichtsdestotrotz haben wohl die meisten ihre 15 Minuten Ruhm genossen, z.B. Maria, mit erschreckend großer, selbst mitgebrachter Estland-Flagge...



...ebenso wie Udayan, einsamer Repräsentant von Indien.



Hier die komplette Fraktion aus Deutschland, also Charlotte und ich. Nicht, dass es nicht noch andere Deutsche hier gäbe, aber die sind wohl lieber im Bett geblieben. Man beachte übrigens auch die fantastischen T-Shirts, dezent in grau-schwarz gehalten.



Nachdem der offizielle Teil beendet war, fand sich dann noch etwas Zeit für Frühstück und anschließendes Rumbummeln, schließlich gab es noch so eine Art Jahrmarkt mit Essen, Folklore und Krimskrams aus diversen Ländern, hier z.B. Musik und Tanz aus Panama.



Eigentlich eine ganz nette Sache, und ein Tag ohne Unterricht ist ja ohnehin immer gerne genommen. Aber auch wenn man dann doch wieder im Klassenraum sitzt gibt es ab und zu unerwartete Höhepunkte, z.B. die Verleihung der Urkunde für den zweiten Platz im Sprachwettbewerb. Vom Halten einer Dankesrede konnte ich gerade noch abgehalten werden.



Ansonsten bin ich immer wieder fasziniert von meinem wundertätigen Vermieter. So habe ich ihn heute gefragt, was man denn hier im Winter gegen die Kälte machen kann, und die mobile Heizung war dann eine Viertelstunde später bei mir in der Wohnung. Da meine finanzielle Lage außerdem passabel bis gut ist, mache ich mir jetzt auch ernsthaft Gedanken über die überfällige Anschaffung eines Rollers, und wie sollte es anders sein, ein guter Freund von ihm besitzt einen entsprechenden Laden und könnte mir vielleicht ein Angebot machen. Erstaunlich, wie sich hier fast immer alles von selbst erledigt.

Zu guter Letzt, noch eine äußerst erfreuliche Nachricht, und da das Flugticket schon gebucht ist gehe ich einfach mal davon aus, dass nichts mehr dazwischenkommt: Der Preis für den ersten Besucher aus Deutschland geht aller Wahrscheinlichkeit nach an Cornelia, die vor zwei Jahren bei meinem ersten Abenteuer in Taiwan schon dabei war und nun im Wintersemester ebenfalls hier an mein Sprachzentrum kommt, um ihr Chinesisch aufzupolieren. Sieht so aus, als käme mein Gästezimmer doch noch zu einer sinnvollen Verwendung, und ich könnte mir kaum eine bessere Mitbewohnerin wünschen. Ich freue mich auf dich!