Sonntag, 24. August 2008

Dinge regeln auf die taiwanische Art

Tjajaja, jetzt hab ich mal einen Tag lang nichts geschrieben, aus doppeltem Grund. Zum einen muss ich das Publikum langsam von der täglichen Dosis entwöhnen (die ich so nicht aufrechterhalten werde), zum anderen war ich es leid, nur fürs Internet zum Wohnheim zurückzutingeln. Ist zwar nicht sehr weit, aber es ist ja auch ziemlich warm hier ;) Nun ist es aber so, dass ich seit heute daheim Internet habe, wodurch das Dilemma aufgelöst sein dürfte :)

Zwecks Internetbeschaffung waren Jackie und ich gestern bei der zuständigen Chunghwa-Telecom-Zweigstelle, aber da zeigte sich schnell, dass staatliche Telefongesellschaften auf der ganzen Welt vergleichbar sind: Die Abzocksteuer ist meistens schon mit drin :) Nach rumrechnen mit Grund- Zusatz- Neben- und Schießmichtot-Gebühren kamen wir zu dem Schluss, dass das kein guter Deal wäre, er hatte stattdessen eine andere Idee. Er hat nämlich in seiner Wohnung natürlich Breitband-Internet, und nach einem Telefonat mit einem Kumpel meinte er, dass wir da was machen könnten. Ich sollte mir den Sonntag mal freihalten, dann käme jemand vorbei.

Bei der Deutschen Telekom hätte man einen Sonntagstermin getrost ins Reich der Fabeln verweisen können, aber es kam tatsächlich jemand, und wie. Bewaffnet mit Modem und Kabeln, aber auch mit Bolzenschneider und Klebeband, legte er los wie die Feuerwehr: Zunächst mal wurde die Verkabelung stilecht an der Außenwand aus meinem Fenster zu Jackies Fenster verlegt (zu Tode gestürzt ist dabei trotz Klettereinlage zum Glück niemand), dann wurde der Kabelsalat nach Herzenslust aufgedröselt, zugeschnitten, mit Klebeband wieder zugedröselt, bis ich letzlich auch mit an der Leitung hing. Der Techniker war übrigens tatsächlich Mitarbeiter der Kabelgesellschaft, mit Uniform und Papieren, trotzdem sah die ganze Aktion für mich schon sehr grenzwertig-illegal aus... aber solange es funktioniert, werde ich mich nicht beschweren :D

Angenehmer Nebeneffekt: Nochmal deutlich gesunkene Kosten für mich. Nachdem ich mich jetzt doch zu einem Vertrag durchringen konnte, haben wir uns deswegen auch mal zusammengesetzt, und wir sind zu dem Schluss gekommen, die Nebenkosten einfach auch pauschal abzurechnen, so dass ich jetzt monatlich für Gas, Strom, Wasser, Internet etc. auf etwa 30 Euro komme. Damit werde ich leben können, denke ich ;) Apropos Gas: Bei der Gelegenheit hat Jackie auch festgestellt, dass das Gas ja schon fast leer ist, also hat er wieder einen seiner wundersamen Anrufe getätigt, und unfassbare 10 MINUTEN SPÄTER kam der Gasmann mit dem neuen Tank schon die Treppe hochgeschnauft, AN EINEM SONNTAG! Das Leben kann so einfach sein, wenn man nicht in Deutschland ist.

Und was mach ich eigentlich sonst so? Zum einen hat das Einräumen/Aufräumen/Putzen der Wohnung doch länger gedauert als gedacht (das mach ich so schnell nicht wieder), dafür ist es jetzt auch ganz wohnlich; Zum Beweis ein patriotisches Foto einer ehemals kahlen Wand, und auch alle anderen Mitbringsel wurden liebevoll verteilt, versprochen:



Zum anderen musste ich natürlich auch endlich mal gucken, ob der Strand noch da ist. Tatsächlich, er ist es, inklusive Rettungschwimmer, so eifrig wie eh und je.





Und wie das halt so ist mit Strandtagen, man fault dann tendenziell rum bis die Sonne weg ist...





Aber ich bin ja nicht nur faul. Beispielsweise bringe ich auch ab und zu mal den Müll raus, denn nirgendwo macht es so viel Spaß wie hier...

video

1 Kommentare:

Anonymous Anonym meinte...

Pah, das belgische Müllsystem ist auch total spektakulär! all diese lustigen bunten säcke und vorschriften!...Aber mit dem Strand kannst du mich doch ein bisschen neidisch machen... wann fängt denn eigentlich dein sprachkurs da an? im moment sieht mir das alles ein bisschen zu sehr nach entspanntem urlaub aus ;-)

27. August 2008 22:05  

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