Montag, 24. August 2009

Endspurt

Tja, die Tage fliegen nur so dahin, der Aufenthalt hier nähert sich unaufhaltsam dem Ende, und bis es gar keine Gelegenheit mehr gibt vor lauter Stress will ich noch mal einen kleinen Eintrag machen.

Zunächst mal: Das Wasserproblem war nach 3 Tagen gelöst, und auch sonst läuft das Leben in der Stadt bei bestem Sommerwetter wieder in geregelten Bahnen. Das heißt auch, dass die Schule wieder normal läuft und somit in dieser Woche die Abschlussprüfungen anstehen, wofür natürlich fleißig gelernt wird. Darüberhinaus stehen jetzt ständig Abschiedsessen bzw. Abschiedsfeiern an, und ein bisschen traurig bin ich doch, dass dieses Semester vorerst unser letztes hier bleiben wird.

Aber, die positive Seite ist natürlich, dass wir nach Deutschland zurückkehren, und zwar schon früher als ursprünglich gedacht. Am 8. September betreten wir wieder heimischen Boden, und dann geht es fast unmittelbar los mit der Wohnungs- und Jobsuche. Und es bleibt natürlich auch Zeit, Freunde und Verwandte wiederzusehen. Denke ich mal :)

Bis dahin werden (wie gesagt) noch Prüfungen geschrieben, dann wird eine Woche ein bisschen durchs Land gereist, als kleiner Abschiedsurlaub sozusagen, und dann sind wir schon weg... Vielleicht ist dies also mein letzter Eintrag aus Taiwan. Mal schauen...

Dienstag, 11. August 2009

Wasser, Quelle allen Lebens

Danke erstmal an alle, die sich Sorgen gemacht haben, aber wir leben tatsächlich noch, auch wenn es hart war. Der schwerste Taifun seit ca. 50 Jahren hat unsere kleine Insel heimgesucht und reichlich Verwüstungen und Überschwemmungen angerichtet, für drei Tage war an rausgehen gar nicht zu denken, u.a. weil die Terrasse mehr einem Schwimmbad glich, und die Essensvorräte haben gerade so ausgereicht, dass wir nicht verhungert sind.

Zu allem Überfluss gibt es jetzt auch in der ganzen Stadt ein Problem mit der Wasserversorgung (vermutlich wegen beschädigter Leitungen), weswegen wir momentan auch auf dem Trockenen sitzen. Also, Ironie der Geschichte, nach viel zuviel Wasser gibt es jetzt erstmal gar keins. Ich hoffe, das pendelt sich dann mal wieder in der Mitte ein irgendwann. Zumindest gibt es deswegen auch schon wieder schulfrei, was ja auch nicht so schlecht ist :)

Freitag, 7. August 2009

Es geht aufwärts

Endlich finde ich wieder mal Gelegenheit hier zu schreiben, diesmal aus einem etwas erfreulicheren Grund: Es ist Taifun-frei! D.h. es ist gerade ein gewaltiger Sturm über dem Land, und man sollte tunlichst nicht aus dem Haus gehen. Nun, das haben wir heute auch nicht vor. Könnte ich aber, wenn ich wollte, denn meine fiese Krankheit ist inzwischen auskuriert, wodurch sich mein Wohlbefinden und meine Laune erheblich verbessert haben. Mein Knie macht auch stetig Fortschritte (Treppensteigen und sowas klappt schon ganz gut), und Charlotte ist natürlich so wunderbar wie immer :)

Aber Moment mal, Taifun-frei? Richtig, wir gehen ja auch zur Schule, was ich in meinem letzten Eintrag irgendwie komplett unterschlagen haben. In der Tat haben Charlotte und ich es nach einigen Wirren und Missverständnissen in die gleiche Klasse geschafft, was im Prinzip super ist, aber leider auch bedeutet, dass ich meine alten Klassenkameraden verlassen musste. Die neue Klasse ist zudem etwas sehr schnarchig, und die neue Lehrerin ist sogar oberschnarchig, aber das macht nix, das Chinesischlernen klappt trotzdem ganz ordentlich, die Ergebnisse der letzten Zwischenklausur sahen zumindest ok aus. Etwas irritierend ist nur, dass im Sommersemester eine ganze Wagenladung Russen zum Studieren nach Tai Nan gekommen ist, weswegen man inzwischen von den Gesprächen auf dem Gang nicht mehr viel versteht, English und auch Chinesisch sind jetzt klare Minderheitensprachen.

Was passiert sonst so? Nun, zunächst mal hat meine zauberhafte Charlotte in kürzester Zeit die perfekte Beherrschung des Motorrollers gelernt, weswegen ich mich nun gerne auch mal herumkutschieren lasse.

Weiterhin sind wir in nächster Zeit viel unterwegs, dieses Wochenende (wenn der Taifun es zulässt) nach Xin Zhu, um Charlottes Familie zu besuchen, und am nächsten Wochenende nach Gao Xiong, um beim nächsten großen Fußballturnier Red Star und Phoenix zumindest moralisch zu unterstützen.

Also, es gibt einiges zu tun, unter anderem will auch langsam die Zukunftsplanung für Deutschland in Angriff genommen werden, aber dazu irgendwann mehr an dieser Stelle...

Sonntag, 19. Juli 2009

Ich lebe noch!

Nach einer gefühlt ewigen Funkstille, für die es einige gute Gründe gibt, will ich mich nun endlich einmal aufraffen, die letzten Wochen(fast schon Monate eher) aufzuarbeiten, wenn auch ein wenig in Kurzfassung, um den Rahmen nicht vollends zu sprengen. Gelegenheit dazu gibt mir eine ziemlich unangenehme Erkrankung(dazu später mehr) weswegen größere Touren außerhalb der eigenen vier Wände im Moment nur sporadisch vorkommen.

Aber von Anfang an: Nach meiner relativ ereignislosen Reise nach Deutschland und einem Tag Ruhepause bei meiner Familie kam es endlich zum Wiedersehen mit meiner wunderbaren Charlotte, und nach einer (ziemlich kurzen) Beschnupperphase waren wir uns beide sicher: Ja, es passt, wir sind zusammen, und es ist wunderbar so :) Und nachdem dieser wichtigste Punkt meiner Heimreise geklärt war, konnten wir uns in Ruhe daran machen, uns für die Hochzeit vorzubereiten, was im Wesentlichen daraus bestand meine Frisur und mein Outfit auf ansehnliches Niveau zu bringen, was auch so halbwegs gelungen ist. Bald darauf ging es dann mit dem Auto meines Bruders (vielen, vielen Dank nochmal an dieser Stelle) nach Göttingen, zu Jana, die uns (d.h. Charlotte, mir, Philip, Kai, und Britta) freundlicherweise Unterkunft gewährte, auch dafür nochmal vielen Dank! Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Duderstadt, zur meiner Ansicht nach sehr stimmungsvollen Hochzeitszeremonie, gefolgt von einer sehr schönen Hochzeitsfeier. Einziger Wermutstropfen war, dass Cornelia mich nicht auf Anhieb erkannt hat, anscheinend waren meine kosmetischen Korrekturen doch erfolgreicher als ich dachte :) Nach einer Feier bis in die Morgenstunden und einer kurzen Nacht gab es dann noch ein gemeinsames Frühstück mit Brautpaar und den anderen Gästen, und danach ging es schon wieder los für uns. An dieser Stelle (schon wieder) Dank, an Cornelia und Matthias und alle anderen, die zu den unvergesslichen Tagen beigetragen haben!

Charlotte und ich machten uns dann auf den Weg nach Saarbrücken, wo ich ihre Familie und ihre Stadt schonmal ein bisschen kennenlernen durfte, und dann musste ich mich schon wieder auf den Weg zurück nach Düsseldorf machen, um meinem Bruder das Auto (unversehrt!) zurückzugeben. Die folgende Woche nutzte ich dann, um eine ganze Reihe von Freunden und Verwandten wiederzusehen, viele Grüße an dieser Stelle an alle, die mich gesehen haben, und sorry an alle, die ich nicht sehen konnte, das wird bestimmt irgendwann nachgeholt!

Nach dieser Woche ging es dann wieder nach Saarbrücken, diesmal per Bahn, und in den folgenden Tagen gab es noch mehr Gelegenheit, Charlottes Freunde und Familie kennenzulernen, was ich sehr genossen habe, und die Zeit ging rasend schnell vorbei. Dann kam nämlich mein Vater, um uns nochmal nach Düsseldorf zu holen, denn meine Eltern haben Charlotte erwartungsgemäß auch ins Herz geschlossen, uns so wollten sie vor unserer Abreise noch etwas Zeit mit ihr (und nebenbei auch mit mir) verbringen :) Außerdem gab es natürlich noch die weltbekannte Altstadttour meines Bruders, danke dafür nochmal!

Dann ging es aber wirklich zum Flughafen, danke für den Fahrservice an meinen Vater! Wir hatten auch keine nennenswerten Probleme mit dem Flug oder sonst irgendwas auf der Rückreise, so dass wir sicher und müde in Tainan ankamen, wo ich einen Tag Zeit hatte, mich vor meiner Knie-OP auszuruhen. Die wurde dann von dem selben spaßigen Arzt durchgeführt, der damals die Diagnose gestellt hat, und verlief planmäßig und ohne Komplikationen. Ich konnte direkt ohne Krücken laufen, kam nach vier Tagen raus und bin nur mit einer Beinschiene ausgerüstet, um meine Knie noch zu schützen, die kommt aber auch bald weg hoffentlich. Einen Riiiiiiiiiesendank an dieser Stelle nochmal an Charlotte, die sich im Krankenhaus und auch danach aufopferungsvoll um mich gekümmert hat und immer noch kümmert.

Das "immer noch" ist leider notwendig, weil ich ein paar Tage nachdem ich aus dem Krankenhaus kam, nun ja, krank geworden bin. Die anfängliche Vermutung einer einfachen Erkältung erwies sich leider als Fehleinschätzung, in der Tat handelt es sich wohl um Pfeiffersches Drüsenfieber in Verbindung mit einer Mandelentzündung, was im Moment sehr nervig und kraftraubend ist, aber nachdem die richtige Diagnose im zweiten Anlauf gestellt wurde und ich inzwischen richtig behandelt werde geht es schon ein bisschen besser. Ich hoffe, dass ich in nicht allzu langer Zeit wieder fit bin und mich endlich mehr dem Chinesischlernen und natürlich meiner wunderbaren Charlotte widmen kann, die eigentlich schon viel zu viel von mir aushalten musste. Ich hoffe, die nächste Zeit, wird etwas leichter und angenehmer, für uns beide. Danke mein Engel, für alles was du für mich tust!

Nun, das war es auch schon mit der Zusammenfassung der letzten Wochen, es hat sich einiges ereignet und ich musste viele Details weglassen, aber ich hoffe in Zukunft wieder etwas häufiger zu schreiben, und dann auch nicht so viel Kram auf einmal. Ich werde es zumindest versuchen :)

Dienstag, 2. Juni 2009

Nur zur Info

Ganz kurz, da ich im Moment ein bisschen im Stress stecke, und nur einen Punkt aufgreifen will, den ich in der Hektik der letzten Tage verschludert habe: Ich fliege NICHT nach Festlandchina, aus diversen finanziellen und organisatorischen Erwägungen. Stattdessen konzentriere ich mich auf meine Abschlussprüfungen(morgen gehts los), werde noch diversen Einladungen zum Essen folgen und dann am Sonntag(baldbaldbald!) werde ich im Flieger sitzen, weswegen meine Unruhe stündlich wächst. Ich freu mich!

Freitag, 29. Mai 2009

Drachenbootastisch!

Das Drachenbootfestival liegt hinter uns, und es war alles in allem eine sehr spannende und unwirkliche Erfahrung. Aber der Reihe nach:

Am Mittwochabend ging es los mit unserem ersten Vorrundenlauf, und die schiere Masse an Menschen konnte einen schon ein bisschen nervös machen, die Zuschauer gingen mit Sicherheit in die Tausende, dazu noch die bislang unbekannte Atmosphäre auf dem mit Laternen und Flutlicht erleuchteten Fluss, das war schon Gänsehautstimmung pur.



Trotzdem(oder gerade deswegen?) lief es beinahe optimal, und wir konnten die topgewetteten Vorjahressieger(ein Haufen übertrieben muskulöser Wirtschaftsstudenten) um genau 0.3 Sekunden hinter uns lassen, ein Fotofinish sozusagen.

So qualifizierten wir uns für das Halbfinale am Donnerstag, diesmal am Nachmittag, so dass das Fernsehen(!) bessere Lichtverhältnisse hatte. Also, wir waren wohl tatsächlich landesweit in der Flimmerkiste zu sehen, und der Druck durch NOCH mehr Zuschauer als am Vortag war diesmal leider etwas zu groß. Wir ließen uns ein bisschen verrückt machen und verloren unser Halbfinale um eine halbe Bootslänge, weil wir zwischendrin aus dem Takt kamen. Besonders ärgerlich, weil wir nachher noch erfahren durften, dass wir mit unserer Zeit vom Vorlauf locker gewonnen hätten. Zudem wurde extra wegen der Fernsehübertragung unser Rennen vorverlegt, so dass eins unserer Teammitglieder zu spät kam und in letzter Sekunde ersetzt werden musste.

Hat aber alles eigentlich nur kurz gestört, denn insgesamt war es sehr lustig, aufregend und lohnend, und ich würde sofort wieder mitmachen... Schade, dass ich nächstes Jahr wohl nicht dabei bin. Dafür gibt es ja mehr als genug andere Dinge, auf die ich mich freuen kann :)

Samstag, 23. Mai 2009

Kultur allüberall

Puh, der Stress hat mich derzeit ein bisschen im Griff, dank allerlei kleinerer und größerer Angelegenheiten. So gab es heute z.B. mal wieder samstags Unterricht, weil wir nächste Woche für das Drachenbootfestival frei bekommen, und das ist normalerweise kein Grund zur Freude. Immerhin hat unsere Lehrerin vorgeschlagen, Picknick und Unterricht zu kombinieren, so wars dann eigentlich doch sehr nett :)

Apropos Drachenboot: Die Vorbereitung geht jetzt in die heiße Phase, am Mittwochabend(gerüchteweise auf einem von Laternen erleuchteten Fluss!) finden die ersten Ausscheidungsrennen statt, d.h. es gilt topkonzentriert zu bleiben, um am Donnerstag evtl. in der Hauptrunde dabei zu sein. Dafür wird auch fleißig trainiert, Dank für die Bilder an Sander, der aber nicht zum Spaß geknipst hat, sondern für die Feindbeobachtung. Er ist Crewmitglied auf dem BWLer-Boot, das wir nächste Woche natürlich vernichtend schlagen werden.





Weiterhin stand natürlich letzte Woche die Klassenfahrt nach Lu Gang an. Die bestand, kurz zusammengefasst, aus vielen Tempeln, die von einer netten Schülerin begeistert(und ein bisschen zu schnell für mein armes Gehirn) erklärt und vorgestellt wurden. Dazu gab es dann noch Bullenhitze und keinen Hauch von Wind in den engen Gassen, was für jegliche Denkprozesse außer "Eis essen! Trinken!" nicht gerade förderlich war. Zumindest war das Museum am Ende der Tour klimatisiert :)






Hier übrigens auch endlich mal ein Bild unserer neuen Lehrerin Ke Meng Meng, zusammen mit Maria, und auch mit Sander, der sich sehr kunstvoll ins Bild gemogelt hat. Respekt!



Was ansonsten noch ansteht, ist sich langsam auf die Abschlussprüfungen vorzubereiten(die für mich eine Woche früher anstehen als für den Rest der Meute), und natürliich vor Freude zu strahlen, dass es nur noch zwei Wochen sind bis mein Flug geht. Das Warten hat bald ein Ende!